{"id":43,"date":"2020-05-30T10:09:29","date_gmt":"2020-05-30T10:09:29","guid":{"rendered":"http:\/\/r-isfort.de\/?page_id=43"},"modified":"2020-12-12T16:06:18","modified_gmt":"2020-12-12T16:06:18","slug":"schwerer-als-der-blutbefehl-des-herodes-die-bottroper-sammelschulen-12-2011","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/r-isfort.de\/?page_id=43","title":{"rendered":"\u2026 notwendig wie das t\u00e4gliche Brot &#8211; die Bottroper Presse im Nationalsozialismus."},"content":{"rendered":"\n<p> [Rudolf Isfort] 4.2013<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Nach einer Ver\u00f6ffentlichung im Vestischen Kalender 2011 (83(2012); S. 117-139): <a href=\"http:\/\/r-isfort.de\/?attachment_id=461\">PDF-Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li>Die Gleichschaltung der Presse.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Als am 4.10.1933 das Schriftleitergesetz<a href=\"#_edn1\">[1]<\/a> erlassen wurde, kam das einer inhaltlichen Enteignung der Zeitungsverleger gleich. Der Schriftleiter einer jeden Zeitung war nun nicht mehr dem Zeitungsverleger, der ihn einstellte und bezahlte, sondern nur noch dem Volke gegen\u00fcber pers\u00f6nlich verantwortlich. Konkret bedeutete das, dass er den Nazis f\u00fcr die Linientreue der Zeitung haftete. Dieses Gesetz beglaubigte allerdings nur noch offiziell, was sp\u00e4testens seit dem Erm\u00e4chtigungsgesetz Realit\u00e4t war: Eine auch nur andeutungsweise objektive, kritische oder gar oppositionelle Berichterstattung gab es in Bottrop nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon einen Tag nach Hitlers Regierungs\u00fcbernahme, am 31.1.1933, stellte sich der neue Reichsinnenminister Frick der Presse, der er versprach, <em>von der Regierung immer die Informationen [zu] erhalten, die sie brauche, um ihren Aufgaben gerecht zu werden. &#8230; Die Reichsregierung lege Wert auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung.<\/em> Aber: <em>Wenn allerdings durch Tartarennachrichten und andere Ausschreitungen eine Beunruhigung der \u00f6ffentlichen Meinung herbeigef\u00fchrt werde, dann m\u00fcsse auch von der Regierung auf Mittel gesonnen werden, um solchen \u00dcbelst\u00e4nden abzuhelfen<\/em>.<a href=\"#_edn2\">[2]<\/a> Am gleichen Tag wurde die erste kommunistische Zeitung in Dresden verboten.<a href=\"#_edn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Am 4.2. stellte sich Hitler der amerikanischen und britischen Presse und appellierte <em>an die Weltpresse, kein voreiliges Urteil \u00fcber die Ereignisse, die jetzt ablaufen, zu f\u00e4llen. &#8230; Entweder wird in K\u00fcrze die rote Fahne des Bolschewismus aufgepflanzt, oder Deutschland findet zu sich selbst zur\u00fcck<\/em>.<a href=\"#_edn4\">[4]<\/a> Anfang M\u00e4rz erhielten ausl\u00e4ndische Korrespondenten <em>eine Bew\u00e4hrungsfrist von zwei Monaten, &#8230; sich in ihrer Berichterstattung jeder b\u00f6swilligen Tendenz zu enthalten und Zweideutigkeiten zu vermeiden<\/em>.<a href=\"#_edn5\">[5]<\/a> Mitte Juni waren nahezu alle ausl\u00e4ndischen Zeitungen in Deutschland verboten.<a href=\"#_edn6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Reichsverband der deutschen Presse, in dem Journalisten aus allen deutschen Gauen ohne Unterschied der politischen Parteirichtung zusammengeschlossen sind, erhebt seine warnende Stimme gegen [den] &#8230; Versuch, der &#8230;&nbsp; Presse die Erf\u00fcllung ihrer im Staatsinteresse liegenden Aufgabe der Mitwirkung an der Bildung der \u00f6ffentlichen Meinung unm\u00f6glich [zu] machen<\/em>.<a href=\"#_edn7\">[7]<\/a> Gemeint war eine Notverordnung,<a href=\"#_edn8\">[8]<\/a> mit der den <em>Ortspolizeibeh\u00f6rden<\/em> zugestanden wurde, <em>Druckschriften, deren Inhalt geeignet ist, die \u00f6ffentliche Sicherheit oder Ordnung zu gef\u00e4hrden, &#8230; polizeilich zu beschlagnahmen und einzuziehen<\/em>. Der Aufruf zum Generalstreik oder die Beschimpfung leitender Beamter waren z. B. Gr\u00fcnde f\u00fcr Verbot und Beschlagnahmung, aber auch so schwammige Tatbest\u00e4nde wie <em>die \u00f6ffentliche Sicherheit und Ordnung zu gef\u00e4hrden<\/em>.<a href=\"#_edn9\">[9]<\/a> Diese Bestimmungen, zusammen mit der ohne nennenswerte Proteste geschaffenen Tatsache, dass Ende Februar alle h\u00f6heren Polizei- und Verwaltungsstellen (Preu\u00dfens) von den Nazis besetzt und etwa 50 000 SA- und SS-M\u00e4nner zu Hilfspolizisten berufen worden waren, und die Anweisung G\u00f6rings vom 17.2.1933 an die Polizei, <em>auch nur den Anschein einer feindseligen Haltung oder gar den Eindruck einer Verfolgung gegen\u00fcber nationalen Verb\u00e4nden (SA, SS und Stahlhelm) und nationalen Parteien unter allen Umst\u00e4nden zu vermeiden<\/em>,<a href=\"#_edn10\">[10]<\/a> f\u00fchrten zu einer Situation, in der jede Redaktion und Druckerei hilflos den NS-Schl\u00e4gern ausgeliefert war.<a href=\"#_edn11\">[11]<\/a> Zwar konnten die Zeitungen ein Verbot bei Gericht \u00fcberpr\u00fcfen lassen \u2013 aber erstmal waren die Zeitungen ausgeschaltet. Der <em>Vorw\u00e4rts<\/em> oder das Berliner <em>8-Uhr-Abendblatt<\/em> etwa duften achtmal nicht erscheinen, weil sie die Rolle der Polizei bei einer Stra\u00dfenschlacht in Eisleben mit mindestens zwei Toten und 17 Schwerverletzten kritisch beurteilt hatten.<a href=\"#_edn12\">[12]<\/a> F\u00fcr sechs Tage wurde die <em>Rheinische Zeitung<\/em> \u2013 ebenfalls ein SPD-Blatt &#8211; verboten.<a href=\"#_edn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<em>Der Reichstag wurde aufgel\u00f6st ohne Not und der Preu\u00dfische Landtag im Widerspruch zum Sinne der Verfassung. Die kommunalen Vertretungen in Preu\u00dfen verfielen derselben Ma\u00dfnahme. Alles das geschieht zu dem Zwecke, den in der Macht stehenden Gruppen die M\u00f6glichkeit zu geben, durch Neuwahlen die Mehrheit zu erobern, um sich dadurch in Gesetzgebung und Verwaltung endg\u00fcltig festzusetzen<\/em>. So zitierte die BVZ am 17.2. aus dem <em>Aufruf kath. Volksverb\u00e4nde<\/em>, der Staatsb\u00fcrgerlichen Vereinigung der katholischen Verb\u00e4nde, und fuhr fort: <em>Deutsch ist, die Freiheit lieben, auch die Freiheit des Gegners achten und Gewaltt\u00e4tigkeiten nicht straflos lassen. &#8230; Eine Vers\u00fcndigung an der Jugend, wenn man sie zu Hass- und Rachegedanken aufruft und Andersdenkende vor ihr als vogelfrei erkl\u00e4rt. &#8230; Deutschland darf nicht den Extremen ausgeliefert werden; weder rechts noch links<\/em>.<a href=\"#_edn14\">[14]<\/a> Dieser Aufruf rief den Reichsinnenminister auf den Plan, der alle Zeitungen f\u00fcr drei Tage verbot, die den Aufruf ver\u00f6ffentlicht hatten. Das h\u00e4tte etwa 350 katholische Zeitungen getroffen. Zentrums-Oberpr\u00e4sidenten wie Gronowski, Oberpr\u00e4sident von Westfalen, verweigerten aber das Zeitungsverbot. Auf Betreiben G\u00f6rings nahm daraufhin die Regierung ihr Verbot zur\u00fcck; Gronowski kostete es aber seinen Job. Und G\u00f6ring warnte alle Zeitungen, <em>Aufrufe &#8230; einfach abzudrucken, da ein solches Verfahren [den] betreffenden Zeitungen [zum] Nachteil gereichen muss<\/em>.<a href=\"#_edn15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die \u2013 nur noch formal existierenden &#8211; Reste b\u00fcrgerlicher Freiheiten wurden mit der Notverordnung<a href=\"#_edn16\">[16]<\/a> vom 28.2. endg\u00fcltig auf den M\u00fcll geworfen: <em>Es sind daher Beschr\u00e4nkungen der pers\u00f6nlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung, einschlie\u00dflich der Pressefreiheit &#8230; au\u00dferhalb der &#8230; gesetzlichen Grenzen zul\u00e4ssig<\/em>. Angeblich gegen kommunistische Umtriebe gedacht, setzte sie wesentliche Teile der Weimarer Verfassung f\u00fcr jeden au\u00dfer Kraft. Nebenbei \u00fcbernahm die Reichsregierung die Hoheit \u00fcber die L\u00e4nder;<a href=\"#_edn17\">[17]<\/a> eine weitere Verordnung versch\u00e4rfte zudem noch die Strafen f\u00fcr (z. B.) Landesverrat,<a href=\"#_edn18\">[18]<\/a> der nun mit dem Tode bestraft wurde, und mit dessen Geist das Handbeil wieder zur Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzt wurde.<a href=\"#_edn19\">[19]<\/a> Dass als flankierende Ma\u00dfnahmen die kommunistischen <em>Zeitungen, Zeitschriften, Flugbl\u00e4tter und Plakate<\/em> f\u00fcr einen Monat und die der Sozialdemokraten f\u00fcr vierzehn Tage in Preu\u00dfen verboten wurden, f\u00e4llt da kaum mehr ins Gewicht.<a href=\"#_edn20\">[20]<\/a> Kommunistische Zeitungen konnten nur noch im Untergrund hergestellt und vertrieben werden. Da das Verbot der SPD-Presse dann&nbsp; noch mal um vierzehn Tage verl\u00e4ngert wurde, kam das dem wirtschaftlichen Aus gleich.<a href=\"#_edn21\">[21]<\/a> Als auch die Reichstagswahlen vom 5.3. eine Mehrheit f\u00fcr die Parteien der Reichsregierung brachten, war der verhaltene Widerstand gebrochen &#8211; auch die Zeitungen schrieben kein kritisches Wort mehr \u2013 dennoch meldete die Presse nahezu t\u00e4glich von Zeitungsbeschlagnahmen, -verboten, ja, von Sch\u00fcssen auf Zeitungsherausgeber.<a href=\"#_edn22\">[22]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der <em>Dortmunder General-Anzeiger<\/em> wurde wegen einer Zeichnung, <em>die dem Gesichtsausdruck Adolf Hitlers in b\u00f6swilliger Absicht einen entstellenden und ins Gemeine ziehenden Ausdruck verleiht<\/em>, kurzerhand von den Nazis \u00fcbernommen.<a href=\"#_edn23\">[23]<\/a> &nbsp;Die <em>Deutsche Zeitung<\/em> in Berlin kam mit einer dreimonatigen Zwangspause davon, weil sie geschrieben hatte, Balbo<a href=\"#_edn24\">[24]<\/a> sei ein <em>getaufter Jude<\/em>. Der <em>verantwortliche Redakteur<\/em> musste auf Wunsch G\u00f6rings ins KZ.<a href=\"#_edn25\">[25]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschluss der Entrechtung bildete das Erm\u00e4chtigungsgesetz vom 23.4.1933, durch das der Reichstag sich selbst als Verfassungsorgan entlie\u00df: In Zukunft konnte die Regierung Gesetze erlassen, selbst wenn sie der Verfassung widersprachen; das Parlament musste sie nicht mehr fragen. Die Zeitungen begleiteten diesen ungeheuerlichen Vorgang wohlwollend.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nazis begn\u00fcgten sich aber nicht mit der Vernichtung der linken und der Ausschaltung der kritischen Presse; sie verlangten hingegen von der geduldeten Presse die offensive Verbreitung ihrer Ziele und Ma\u00dfnahmen.<a href=\"#_edn26\">[26]<\/a> Am 14.3. wurde Goebbels <em>Reichsminister f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und Propaganda<\/em>. Er machte der versammelten Presse klar, dass <em>in Zukunft die Presse nicht nur Informationen, sondern auch Instruktionen entgegennehmen, dass sie also k\u00fcnftig nicht blo\u00df unterrichtet werden soll, sondern auch bestimmte Anweisungen erh\u00e4lt<\/em>. <em>Es kommt in der Tat, wie der Minister sagte, nicht so sehr darauf an, dass man dem Volk sagt, was geschieht, sondern darauf, dass man ihm verst\u00e4ndlich macht, warum es geschieht und geschehen muss<\/em>.<a href=\"#_edn27\">[27]<\/a> <em>Die nationale Presse sei ein Klavier<\/em>, so der Minister, <em>auf dem die Regierung spiele, ein ungeheuer wichtiges und bedeutsames Massenbeeinflussungsinstrument, dessen sich die Regierung in ihrer verantwortungsvollen Arbeit bedienen m\u00fcsse<\/em>\u201c.<a href=\"#_edn28\">[28]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"357\" height=\"105\" src=\"\">Am 29.3. empfing Goebbels die <em>Vertreter des Vereins deutscher Zeitungsverleger<\/em> (VDZV) und wusste sich mit ihnen einig <em>\u00fcber die Pflicht der Presse f\u00fcr nationale Disziplin<\/em>.<a href=\"#_edn29\">[29]<\/a> Vor dessen <em>neu gebildetem Vorstand<\/em> gab Hitler am 30.6. die <em>wichtige Erkl\u00e4rung <\/em>&nbsp;ab, <em>er glaube, dass auf die Dauer die Presse nicht existieren k\u00f6nne, wenn nicht klar eine Entscheidung \u00fcber die Richtung hervortrete, die nun als Sieger in Deutschland anzusehen sei<\/em>. Ende M\u00e4rz sprach Goebbels mit dem <em>Reichsverband der deutschen Presse (RDP), der berufsst\u00e4ndischen Organisation der deutschen Journalisten<\/em>. Er er\u00f6rterte mit seinen Vertretern <em>die Eingliederung des Reichsverbandes der Presse in den neuen Staatszustand, [in dem sich die Presse] verantwortungsbewusst in den Dienst des Staates stellt<\/em>.<a href=\"#_edn30\">[30]<\/a> Am 8.5. war der <em>Landesverband der rhein.-westf\u00e4lischen Presse<\/em> gleichgeschaltet,&nbsp; und sein neuer Vorsitzender, <em>Graf von Schwerin<\/em>, forderte Gesetze, die <em>die Charakterst\u00e4rke des Einzelnen&nbsp; durch uns selbst mehr unter Kontrolle<\/em> stellten, um <em>unseres Standes Unw\u00fcrdige \u2026 aus unseren Reihen auszumerzen<\/em>.<a href=\"#_edn31\">[31]<\/a> Anfang 1934 l\u00f6ste sich der VDZV auf und wurde als <em>Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger<\/em> der Reichspressekammer als Fachverband eingegliedert. Nach den Worten seines Vorsitzenden von Zweck hatte der Verband <em>mit der \u00dcberwindung des Klassenunterschiedes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern seine Existenzberechtigung verloren<\/em>.<a href=\"#_edn32\">[32]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich belie\u00dfen die Nazis es nicht bei ihren Forderungen an die Presse, sie \u00fcberwachten auch deren Umgang mit ihnen. Institutionell hatten sie dazu die Reichspressekammer<a href=\"#_edn33\">[33]<\/a> und die regelm\u00e4\u00dfigen Pressekonferenzen.<a href=\"#_edn34\">[34]<\/a> Vor Ort sorgte die NSDAP f\u00fcr Strukturen, die jedes Blatt \u00fcberwachen und lenken konnten. Jede Ebene der Partei<a href=\"#_edn35\">[35]<\/a> hatte einen Pressewart, jede Ortsgruppe, jeder Kreis und die Nebenorganisationen der Partei; deren <em>Hauptaufgabe [bestand] darin, durch pers\u00f6nliche F\u00fchlungnahme die nationalsozialistischen Ziele auf dem Gebiet der Presse zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern<\/em>.<a href=\"#_edn36\">[36]<\/a> Das machten die so nachhaltig, dass bereits Anfang 1934 die NSBO durch <em>Richtlinien<\/em> an <em>die Amtswalter der NSBO<\/em> und an die <em>Pressewarte<\/em> verhindern wollte, dass <em>die ber\u00fcchtigte und leider schon viel zu weit fortgeschrittene Uniformierung der Presse noch weiter [gef\u00f6rdert w\u00fcrde]<\/em>.<a href=\"#_edn37\">[37]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Als am 6.10.33 das Schriftleitergesetz<a href=\"#_edn38\">[38]<\/a> von der Presse verbreitet wurde, war sie bereits so verkommen, dass sie <em>aus der Hand der deutschen Reichsregierung das h\u00f6chste Geschenk erhalten [zu haben behauptete], das ihr zuteil werden konnte, die absolute innere Unabh\u00e4ngigkeit. Der deutsche Schriftleiter war kraft des Gesetzes nur seinem Volke und seiner Nation, sonst niemand mehr, weder dem Verleger noch irgendwelchen Geldgebern oder Interessengruppen verantwortlich<\/em>. Goebbels konnte keinen Zuh\u00f6rer \u00fcberraschen, als er das <em>souver\u00e4ne Recht des Staates<\/em> einforderte, <em>die \u00f6ffentliche Meinung und ihre Gestaltung zu \u00fcberwachen<\/em>. War es nur Hohn und Spott, als er die beklagte Uniformit\u00e4t der Presse mit der Charakterlosigkeit ihrer Schreiber erkl\u00e4rte?<a href=\"#_edn39\">[39]<\/a> Als Goebbels im Oktober den Austritt Deutschlands aus dem V\u00f6lkerbund und der Abr\u00fcstungskonferenz begr\u00fcndete, vermeldete er nicht ohne Stolz, dass nun <em>die so genannte \u00f6ffentliche Meinung wieder auf das Ma\u00df zur\u00fcckgef\u00fchrt [worden sei], dass sie einhalten muss, wenn sie den Staat nicht gef\u00e4hrden will<\/em>.<a href=\"#_edn40\">[40]<\/a> Kurz vor dem Schriftleitergesetz wurde das <em>Reichskulturkammergesetz<\/em> verabschiedet, durch das die Reichspressekammer installiert wurde, und dessen Ausf\u00fchrungsgesetz vom 1.11.33 die entsch\u00e4digungslose Enteignung von Verlegern erm\u00f6glichte. So wurden Verleger und Journalisten existenziell von den Nazis abh\u00e4ngig. Darum konnte Hitler 1934 in seinem <em>R\u00fcckblick auf das vergangene Jahr<\/em> festhalten, dass <em>[wir] im Kampf gegen die religi\u00f6sen, sittlichen und moralischen Verfallserscheinungen \u2026 die deutsche Presse aus dem Niveau einer manchmal geradezu planm\u00e4\u00dfigen Zersetzungsarbeit&nbsp; herausgehoben h\u00e4tten, um aus ihr eine wirkliche Institution zur Erziehung des Volkes im besten Sinne des Wortes zu machen<\/em>.<a href=\"#_edn41\">[41]<\/a>&nbsp; Kurz vorher waren die beiden gro\u00dfen Presseagenturen, <em>Wolffs Telegraphisches B\u00fcro<\/em> (WTB) und die <em>Telegraphen Union<\/em>, zum <em>Deutschen Nachrichtenb\u00fcro<\/em> (DNB) zwangsvereinigt und unter Nazi-Kontrolle gebracht worden <em>zu Nutz und Frommen des neuen Reiches. Heil Hitler!<\/em>.<a href=\"#_edn42\">[42]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wenig sp\u00e4ter wurde <em>die Leserschaft der deutschen Presse<\/em> mitgenommen auf eine <em>Veranstaltung des Reichsverbandes der deutschen Presse, jener gro\u00dfen K\u00f6rperschaft, in der die Angeh\u00f6rigen des deutschen Schriftleiterstandes nicht nur organisatorisch zusammengefasst sind, sondern aus der heraus die geistig-politische Schulung und Ert\u00fcchtigung der M\u00e4nner erfolgt, die mit ihrem ganzen Sein und Schaffen dem neuen Deutschland verhaftet sind<\/em>. Dass das zu einer <em>Uniformiertheit der deutschen Zeitungen<\/em> f\u00fchrte, war eine falsche Sichtweise, denn <em>die deutsche Presse in ihrer Gesamtheit [kann nur] das Antlitz tragen, das die deutsche Volksgemeinschaft zeigt<\/em> und das <em>Heroismus, \u2026 K\u00e4mpfertum und \u2026 unbeugsamen Tatwillen<\/em> pr\u00e4gte. Darum mussten die Journalisten ein <em>Soldatentum<\/em> zeigen, dessen <em>Freiheitsbegriff als innere Verpflichtung \u2026 zu Volk und Staat<\/em> im Sinne der Nazis bestimmt war.<a href=\"#_edn43\">[43]<\/a> Allerdings sah Goebbels auch, dass die Presse sehr <em>uniform<\/em> daherkam; darum lockerte er deren Auflagen. Generell hob er die <em>Nachrichten- und Berichterstattungssperre<\/em> auf, <em>soweit es die Staatserfordernisse gestatten<\/em>. \u00dcberhaupt sollte die <em>redaktionelle Arbeit<\/em> die vom Schriftleitergesetz zugelassenen Spielr\u00e4ume nutzen.<a href=\"#_edn44\">[44]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ihr <em>Soldatentum<\/em> zeigte die Presse, als sie unisono einstimmte in <em>den Protest des deutschen Volkes gegen die systematische Vergiftung der \u00f6ffentlichen Meinung der Welt<\/em>, die den hundertfachen staatlichen Mord im <em>R\u00f6hm-Putsch<\/em> angeprangert hatte.<a href=\"#_edn45\">[45]<\/a> Da diese Aktion nicht durch eine Pressekampagne vorbereitet werden konnte, musste die Presse sie nachbereiten. Sie tat das so nachhaltig, dass Goebbels der deutschen Presse f\u00fcr ihre <em>vorbildliche Disziplin und unbeirrte Instinktsicherheit \u2026 [in] der R\u00f6hm-Revolte<\/em> dankte.<a href=\"#_edn46\">[46]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>1935 brachte Amann die Presse endg\u00fcltig in die H\u00e4nde der Nazis. Verlegern, deren Zeitungen <em>Skandalnachrichten bringen<\/em> oder in einer <em>Form berichteten, die der Bedeutung f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit nicht entspricht<\/em>, drohte der Ausschluss aus der Reichspressekammer. Verlage konnten geschlossen werden <em>zwecks Beseitigung ungesunder Wettbewerbsverh\u00e4ltnisse<\/em>. Schlie\u00dflich verlangte eine dritte Anordnung, dass die Verleger die Besitzverh\u00e4ltnisse in ihren Verlagen offen legen und ihre und ihrer Ehegatten Abstammung <em>bis zum Jahre 1800 zur\u00fcck zu erbringen<\/em>\u201c h\u00e4tten; dass pers\u00f6nliche Haftung im Verlag einzuf\u00fchren sei, also Kapitalgesellschaften aus dem Verlagswesen ausgeschlossen w\u00e4ren, zerschlug jeden gro\u00dfen Verlag; und eine inhaltliche Gestaltung der Bl\u00e4tter, die nicht auf einen <em>konfessionell, beruflich oder interessenm\u00e4\u00dfig bestimmten \u2026 Personenkreis abgestellt<\/em> sein durften, zielte nicht zuletzt auf die konfessionellen Bl\u00e4tter,<a href=\"#_edn47\">[47]<\/a> die <em>90 Tage Zeit hatten, alles abzulegen, was sie als Presse einer bestimmten Richtung kennzeichnete<\/em>.<a href=\"#_edn48\">[48]<\/a> Der deutsche Episkopat protestierte bei Hitler, Frick und Goebbels und warb f\u00fcr die katholische Presse damit, die <em>staatsb\u00fcrgerlichen Pflichten der katholischen B\u00fcrger religi\u00f6s-weltanschaulich zu unterbauen<\/em>, verwies auf das Konkordat \u2013 es half nichts.<a href=\"#_edn49\">[49]<\/a>&nbsp; Bertram versuchte im Mai 1935 eine Rettung der von ihm inzwischen <em>so genannten katholische Tagespresse<\/em>, also der Presse <em>mit irgendwelchem konfessionellen Inhalt oder Einschlag<\/em>; aber sein wortreicher Hinweis auf die Diskrepanz zwischen der Wirklichkeit und den <em>wiederholt und feierlich abgegebenen Erkl\u00e4rungen des F\u00fchrers<\/em> zeigte keine Wirkung. Auch die Erkl\u00e4rung des Episkopats nicht, dass die Amann-Anweisungen <em>mit dem katholischen Gewissen nicht vereinbar sind<\/em>, und,&nbsp; falls sie nicht \u00fcberarbeitet oder zur\u00fcckgenommen werden, den Episkopat zwingen m\u00fcssten, <em>die Gl\u00e4ubigen dar\u00fcber auf[zu]kl\u00e4ren, wie tief es zu bedauern ist, dass die Tagespresse ihren religi\u00f6s-kirchlichen Interessen und Bed\u00fcrfnissen nicht mehr Rechnung tragen kann. Der Episkopat w\u00fcrde auch nicht schweigen k\u00f6nnen zu den Gefahren, die von einer religi\u00f6s indifferenten Tagespresse drohen<\/em>.<a href=\"#_edn50\">[50]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Amann-Anordnungen legten die Existenz jeden Verlags in das Gutd\u00fcnken der Nazis \u2013 und f\u00fchrten zu einem gro\u00dfen Zeitungssterben. Dennoch war es nicht das Bestreben der Nazis, die ehemals katholische Presse v\u00f6llig zu vernichten. Es reichte ihr, sie zu einer <em>positiven Mitarbeit mit dem Regime zu gewinnen<\/em>. Das bedeutete, die Leser <em>zum Nationalsozialismus zu erziehen<\/em> und dabei nicht auf den Glauben zu rekurrieren. Da Amann und seine Helfer den katholischen Verlegern nicht trauten, aus <em>voller \u00dcberzeugung mit dem Nationalsozialismus zusammen<\/em> zu gehen, erzwangen sie in vielen katholischen Verlagen eine Mehrheitsbeteiligung durch den NS-Eher-Verlag oder eine seiner Tochter-Gesellschaften. Die Ph\u00f6nix GmbH etwa wurde eingerichtet, um die ehemaligen Zeitungen des Zentrums aufzufangen.<a href=\"#_edn51\">[51]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die BVZ meldet am 5.7.1933 die Erweiterung der kommunalen Pressestellen zur kommunalen Propagandastellen, mit der <em>der Nationalsozialismus \u2026 die Initiative ergriffen \u2026 und ein neues Mittel geschaffen [hat], das deutsche Volk im Geiste des neuen Staates zu erziehen<\/em>,<a href=\"#_edn52\">[52]<\/a> sagte aber nicht ausdr\u00fccklich, dass diese Funktion auch in Bottrop eingerichtet wurde; vielleicht hing das damit zusammen, dass der erste Nazi-Oberb\u00fcrgermeister erst Anfang August kommissarisch eingesetzt wurde. Der jedoch hatte nichts Wichtigeres zu tun, als die Bottroper Presse pers\u00f6nlich auf Linientreue festzulegen; der Schreiber stellte das Gespr\u00e4ch allerdings dar als eines auf Augenh\u00f6he: Kaum im Amt, <em>findet [Oberb\u00fcrgermeister Irrgang]&nbsp; schon die Zeit und hat das Bed\u00fcrfnis, die Vertreter der gesamten Presse kennen zu lernen und sich mit ihnen \u00fcber die Gestaltung der k\u00fcnftigen Zusammenarbeit auszusprechen. Das beweist, dass Herr Oberb\u00fcrgermeister Irrgang gewillt ist, den Grundsatz der restlosen Offenheit und \u00d6ffentlichkeit nationalsozialistischer Kommunalpolitik zu verwirklichen. &#8230; In der Vergangenheit [wurden] schwere Fehler gemacht. Es wurde oftmals &#8230; Geheimniskr\u00e4merei betrieben, die uns auch \u00f6rtlich zu manchem energischen Widerspruch herausforderte. &#8230;<\/em> Die Presse sei die Br\u00fccke zwischen Verwaltung und B\u00fcrger, gab der Reporter seine Leser zu wissen. <em>Die Verwaltung st\u00fctzt diese Br\u00fccke und belebt den Verkehr, der sich auf ihr abspielt, dadurch, dass sie sich st\u00e4ndig der Presse bedient. &#8230; Dies kann aber nur geschehen, wenn die Verwaltung den Willen zur restlosen Offenheit hat und die Presse ganz vom Bewusstsein ihrer hohen kulturellen Verantwortung erf\u00fcllt ist. Diese beiden Voraussetzungen sind hier gegeben<\/em>, teilte er mit, um schon die fehlende zuk\u00fcnftige Kritik vorausschauend zu erkl\u00e4ren. Dann aber machte er klar, was die Zusammenkunft mit dem Oberb\u00fcrgermeister wirklich bedeutete: <em>Herr Oberb\u00fcrgermeister Irrgang [wird] allw\u00f6chentlich die Vertreter der Zeitungen um sich versammeln &#8230; [und dabei] nicht nur jene Beschl\u00fcsse, Absichten und Pl\u00e4ne entwickeln, die dann unmittelbar im Heimatteil des Blattes der Einwohnerschaft unterbreitet werden k\u00f6nnen, sondern die Presse auch \u00fcber jene Vorg\u00e4nge unterrichten, die aus nat\u00fcrlichen Gr\u00fcnden des Gesch\u00e4ftsganges zun\u00e4chst noch nicht ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen, deren Kenntnis aber dem verantwortlichen kommunalen Schriftleiter eine klare Linie gibt<\/em>.<a href=\"#_edn53\">[53]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Anfang 1934 gab die Etat-Beratung der BVZ erneut Gelegenheit, die Rolle der Presse in Bottrop zu beleuchten. Angesichts der grunds\u00e4tzlich geheimen Gemeinderatssitzungen hatte es die <em>Gemeindeverwaltung \u2026 fast ausschlie\u00dflich in der Hand \u2026 zu bestimmen, was \u00fcber diese oder jene Vorg\u00e4nge die \u00d6ffentlichkeit erfahren soll oder nicht. Dadurch erh\u00e4lt die Zusammenarbeit mit der Presse unstreitig eine gesteigerte Bedeutung \u2013 und die Presse eine gesteigerte Verantwortung<\/em>.<a href=\"#_edn54\">[54]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Presse eine andere als ausschlie\u00dflich die staatliche Politik unterst\u00fctzende Aufgabe haben k\u00f6nnte, erfuhren die BVZ Leser gelegentlich, wenn eine Nazi-Gr\u00f6\u00dfe \u00fcber die ausl\u00e4ndische <em>Auffassung der Pressefreiheit<\/em> redete. Anlass f\u00fcr derartige tiefschweifende Gedanken waren Ereignisse wie die Bombardierung Guernicas,<a href=\"#_edn55\">[55]<\/a> \u00fcber die z. B. die englische Presse eine <em>L\u00fcgenhetze<\/em> entfachte, die die deutsche Presse als <em>greifbare Unwahrheit energisch zur\u00fcckgewiesen<\/em> hatte. Solche Reden gingen manchmal auf die Kritik ein, <em>die an der deutschen Presse und an der nationalsozialistischen Pressepolitik vor allem im Auslande ge\u00fcbt wird. Es sei in ausl\u00e4ndischen Zeitungen wiederholt zu lesen, dass es der deutschen Presse nicht mehr m\u00f6glich sei, eine objektive Meinung zum Ausdruck zu bringen<\/em>. Nat\u00fcrlich war die Forderung nach Objektivit\u00e4t abwegig. Die deutsche Presse schriebe entsprechend der <em>deutschen Grundauffassung \u2026 f\u00fcr die nationalsozialistische Pressereform, die die Gesinnung und die Idee in den Vordergrund der Pressearbeit gestellt haben<\/em>.<a href=\"#_edn56\">[56]<\/a> Sie hatte <em>die Gesinnung und die Idee<\/em> der NS-Pressepolitik verstanden, sodass Hitler und G\u00f6ring sie loben konnten und ihr dankten.<a href=\"#_edn57\">[57]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Bottroper Zeitungen.<\/p>\n\n\n\n<p>2.1. Die Bottroper Volkszeitung.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bottrop gab es am Jahresanfang 1933 zwei Zeitungen, in deren Namen Bottrop vorkam: die <em>Bottroper Volkszeitung<\/em> (BVZ)<a href=\"#_edn58\">[58]<\/a> und den <em>Bottroper Anzeiger<\/em>\/<em>Generalanzeiger<\/em> (BA). Beide Bl\u00e4tter geh\u00f6rten zur <em>b\u00fcrgerlichen<\/em> Presse. Die BVZ erschien siebenmal in der Woche.<\/p>\n\n\n\n<p>Die BVZ war ein Zentrums-Blatt, also eine Zeitung, die die Interessen der Zentrums-Partei offensiv vertrat. Das Zentrum war die Partei des politischen Katholizismus. Katholisch war in Bottroper 1933 ca. 73% der Bev\u00f6lkerung. Die BVZ hatte also einen gro\u00dfen nat\u00fcrlichen Abonnentenkreis, w\u00e4hrend der BA sich seine K\u00e4ufer vor allem im evangelischen und liberalen B\u00fcrgertum (24%) suchen musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Bl\u00e4tter waren <em>amtliches Kreisblatt<\/em>\/<em>amtlicher Anzeiger<\/em>, wurden also von der Stadt mit der Ver\u00f6ffentlichung amtlicher Bekanntmachungen in vollem Wortlaut betraut. Auch die Nazis gaben beiden Zeitungen die Berechtigung, amtliches Kreisblatt zu sein, obwohl sie mit der <em>Nationalzeitung<\/em> ein offizielles Nazi-Blatt mit Lokalteil besa\u00dfen.<a href=\"#_edn59\">[59]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine linke Zeitung gab es in Bottrop nicht; nat\u00fcrlich konnte man Zeitungen der SPD und Bl\u00e4tter der KPD kaufen. Eine Zeitungsnotiz aus dem Jahre 1920 verbriefte, dass die wenigen Bottroper Sozialisten den Recklingh\u00e4user <em>Volksfreund<\/em> gelesen haben.<a href=\"#_edn60\">[60]<\/a> Auch die <em>Westdeutsche Arbeiterzeitung<\/em> (WAZ), ab 1935 <em>Kettelerwacht<\/em>, Pflicht-Blatt der <em>Katholischen Arbeiterbewegung<\/em>, hatte sicher zahlreiche Bottroper Leser.<\/p>\n\n\n\n<p>BVZ und BA waren von den Nazis geduldete Zeitungen, konnten sich aber dem neuen Un-Geist nicht entziehen; beide transportierten die Nazi-Ma\u00dfnahmen, -L\u00fcgen und \u2013Scheu\u00dflichkeiten zu ihren Lesern, wie Goebbels es verlangt hatte &#8211; und ohne jegliche Kritik. Sie wurden so zu einem <em>der Hauptinstrumente f\u00fcr die Gestaltung eines nationalen Volkswillens<\/em>,<a href=\"#_edn61\">[61]<\/a> zu einer <em>scharf geschliffenen Waffe deutscher Politik<\/em>\u201c.<a href=\"#_edn62\">[62]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch gingen beide Zeitungen zun\u00e4chst unterschiedliche Wege. Der BA geh\u00f6rte zu den Zeitungen, die Goebbels meinte, als er seine Zuh\u00f6rer verh\u00f6hnte, p\u00e4pstlicher als der Papst zu sein. Sie wird darum hier nicht untersucht. Die BVZ dagegen hoffte, ihre katholische Nische weiterhin besetzen zu k\u00f6nnen. Darin wurde sie von den Bisch\u00f6fen unterst\u00fctzt, die ihren katholischen Zeitungen best\u00e4tigten, <em>sich immer und \u00fcberall als staatserhaltend erwiesen [zu haben], weil sie ihrer Leserwelt jene Grunds\u00e4tze vermittelt, die die Eingliederung in das Staatsganze und die freiwillige Unterwerfung unter die rechtm\u00e4\u00dfige Obrigkeit verlangen<\/em>. Noch aber forderten sie <em>jenes Ma\u00df an Freiheit [f\u00fcr ihre Presse], das [deren] segensreiche Wirksamkeit erm\u00f6glicht<\/em>.<a href=\"#_edn63\">[63]<\/a> Bald aber schlossen sie \u2013 mit Blick auf das anstehende Konkordat und auch auf das bevorstehende Ende des Zentrums &#8211;&nbsp; jede parteipolitische Bet\u00e4tigung der katholischen Presse aus<a href=\"#_edn64\">[64]<\/a>; allerdings hatten <em>die katholischen Zeitungen &#8230; zweifellos die Pflicht, die nationale Regierung in ihrem Streben nach dem so notwendigen Wiederaufbau Deutschlands und seiner geistigen und wirtschaftlichen Erneuerung aufrichtig und nachdr\u00fccklich zu unterst\u00fctzen<\/em>.<a href=\"#_edn65\">[65]<\/a> Im eigenen, bekundeten Selbstverst\u00e4ndnis sah sich <em>die \u201aBottroper Volkszeitung\u2019 als Heimatblatt im neuen Reich<\/em>, die nun in ihrem <em>politischen Teil<\/em>, nicht mehr den <em>Ideen der Zentrumspartei diente<\/em>, sondern dem <em>nationalen Totalit\u00e4tsprinzip<\/em> folgte, wobei das eigentlich schon immer die Richtung der BVZ gewesen sei, denn seit \u201e<em>Windthorst<\/em><a href=\"#_edn66\">[66]<\/a> <em>\u2026 [war] der letzte Sinn ihres Wirkens das Ringen um nationale Einheit der Deutschen und um eine echte Volksgemeinschaft<\/em>\u201c gewesen.<a href=\"#_edn67\">[67]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2.2.&nbsp; Die Bisch\u00f6fe und die katholischen Zeitungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>nationalsozialistische Diktatur \u2026 [war zwar] von der Gewalt, die man der katholischen Presse angetan hat<\/em>, gepr\u00e4gt, aber <em>\u00fcber deren Heillosigkeit [war] Gott dennoch der Herr<\/em>.<a href=\"#_edn68\">[68]<\/a> Die katholischen und die anderen b\u00fcrgerlichen Zeitungen, denen die Nazis nun wirklich keine kommunistischen Absichten zu unterstellen vermochten, konnten aus formal-rechtlichen Gr\u00fcnden nicht verboten werden. Das h\u00e4tte die Nazis aber letztlich nicht an ihrer Zerst\u00f6rung gehindert; die b\u00fcrgerlichen Zeitungen durften nicht zuletzt wegen ihrer besch\u00e4ftigungspolitischen Bedeutung bestehen bleiben. Weitsichtige Nazis konnten zudem der Existenz der katholischen Presse sogar noch den Sinn abgewinnen, mit deren Hilfe nationalsozialistisches Gedankengut auch den katholischen Kreisen nahe zu bringen, die sonst kaum h\u00e4tten angesprochen werden k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn69\">[69]<\/a> Die gewerkschaftliche, die sozialistische und die kommunistische Presse aber wurde rigoros enteignet. Bereits am 2.5. lag das Gewerkschaftsverm\u00f6gen in der Hand der Nazis, als sie <em>schlagartig<\/em> die Gewerkschaftsh\u00e4user okkupierten und die Gewerkschaftsf\u00fchrer verhafteten. Die SPD verlor ihr gesamtes Verm\u00f6gen einschlie\u00dflich ihrer Zeitungen am 10.5.<a href=\"#_edn70\">[70]<\/a> Die KPD gab es faktisch seit dem 28.2. nicht mehr. Durch die \u00dcbernahme der sozialistischen Zeitungen kamen die Nazis zu einem gro\u00dfen Presseimperium, f\u00fcr das sie Arbeitsfelder und eine halbwegs sichere wirtschaftliche Basis ben\u00f6tigten. So wurde es unvermeidlich, neue Annoncen-Geber und neue Leser zu suchen. Da der Markt aber weitestgehend aufgeteilt war, versuchten die Nazis, in die Lesergemeinde der verbliebenen Zeitungen einzudringen. So kam zur grunds\u00e4tzlichen Feindschaft, die sich durch k\u00f6rperliche \u00dcbergriffe auf Redaktionsmitglieder und Zeitungsverbote bemerkbar machte, noch der \u00f6konomische Druck durch die annektierten Verlage als Expansionszwang auf die Nazi-Zeitungen zu, der in eine lang dauernde Leser-Werbeaktion m\u00fcndete, derer sich zu erwehren f\u00fcr die Nicht-Nazipresse sehr schwer war. Die Dr\u00fcckerkolonnen der Nazis waren nicht zimperlich.<a href=\"#_edn71\">[71]<\/a> Mit fadenscheinigen, angeblich amtlichen Angaben, oft noch in Uniform, beanspruchten sie Zugang zu Wohnungen, um dann ihren Werbeauftrag zu erledigen.<a href=\"#_edn72\">[72]<\/a> Andere behaupteten einen Zusammenhang zwischen der Beibehaltung eines Arbeitsplatzes und dem Bezug einer Zeitung.<a href=\"#_edn73\">[73]<\/a> Derartige Werbemethoden waren so massiert Existenz bedrohend,<a href=\"#_edn74\">[74]<\/a> dass die zugelassenen b\u00fcrgerlichen und katholischen&nbsp; Zeitungen geradezu aufatmeten, als sie ihren Lesern mitteilen konnten,&nbsp; dass sowohl der Reichsarbeitsminister<a href=\"#_edn75\">[75]<\/a> als auch der <em>Verein Deutscher Zeitungsverleger<\/em><a href=\"#_edn76\">[76]<\/a> gegen derartige N\u00f6tigungen durch die Werber eingeschritten waren. Vor den \u00e4rgsten \u00dcbergriffen sch\u00fctzte die Zeitungen inzwischen auch das Verbot des F\u00fchrers, die Wirtschaft zu behindern.<a href=\"#_edn77\">[77]<\/a> Dennoch kam es immer wieder zu massiven Drohungen durch Dr\u00fcckerkolonnen, sodass der Reichsstatthalter von Hamburg versprach, <em>dass jeder solcher Gesch\u00e4ftemacher auf der Stelle seiner Bestrafung zugef\u00fchrt wird<\/em>.<a href=\"#_edn78\">[78]<\/a>&nbsp; Trotzdem blieben die Nazibl\u00e4tter eine st\u00e4ndige existenzielle Bedrohung.<a href=\"#_edn79\">[79]<\/a> Sie lie\u00dfen sich auch nicht von den Klagen der b\u00fcrgerlichen Zeitungen beeindrucken, sondern drehten den Spie\u00df einfach um und erkl\u00e4rten, dass durch <em>die Zeitungsverleger der nationalsozialistischen Zeitungen [kein] Druck auf die Bev\u00f6lkerung \u2026 ausge\u00fcbt w\u00fcrde<\/em>; umgekehrt f\u00fchrten derartige falsche Behauptungen der <em>Generalanzeiger-Presse<\/em><a href=\"#_edn80\">[80]<\/a> zu <em>Unruhe in der Bev\u00f6lkerung<\/em> und gef\u00e4hrdeten <em>die \u00f6ffentliche Ruhe und Ordnung<\/em>.<a href=\"#_edn81\">[81]<\/a> Eine nicht ganz ungef\u00e4hrliche Einstufung. Dennoch war es ein unerwarteter Ritterschlag, als die BVZ f\u00fcr zwei Tage verboten wurde.<a href=\"#_edn82\">[82]<\/a> Es dauerte bis Ende 1933, ehe die Reichspressekammer die Werbung f\u00fcr Zeitungen auf ein normales Ma\u00df zur\u00fcckschrauben konnte; sie musste dazu die Hilfe von He\u00df, F\u00fchrer-Stellvertreter der NSDAP, in Anspruch nehmen, der am 10.1.1934 allen Parteistellen <em>eine Zwangswerbung jeder Art f\u00fcr Bl\u00e4tter der NSDAP<\/em> verbot.<a href=\"#_edn83\">[83]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"417\" height=\"71\" src=\"\"><em>Die [katholische] Presse war mit den kirchlichen wie mit den staatlichen, mit den religi\u00f6sen wie mit den politischen Interessen des deutschen Katholizismus eng verbunden<\/em>.<a href=\"#_edn84\">[84]<\/a> Die katholischen Zeitungen waren darum in einer vergleichsweise komfortablen Situation, denn&nbsp; sie konnten \u00fcber den Klerus auf katholische Leser einwirken. Tats\u00e4chlich warben die Bisch\u00f6fe tatkr\u00e4ftig f\u00fcr ihre katholischen Zeitungen. Den Werbefeldzug begann aber <em>Oberpr\u00e4sident R. Gronowski<\/em>, als er der katholischen Presse bescheinigte, f\u00fcr das <em>katholische Volk \u2026 notwendig [zu sein] wie das t\u00e4gliche Brot. Die katholischen Zeitungen und Organisationen sind unentbehrliche Waffen im Kampfe f\u00fcr die Geltung der katholischen Kirche im \u00f6ffentlichen Leben<\/em>.<a href=\"#_edn85\">[85]<\/a> Vielleicht hatte Gronowski noch eine gewisse auch politische Eigenst\u00e4ndigkeit der katholischen Tageszeitungen im Sinn. Anfang Mai 1933 aber noch darauf zu setzen, daran aktiv mitarbeiten zu k\u00f6nnen, dass <em>die nationale Bewegung in innigster Verbindung mit den religi\u00f6sen Kr\u00e4ften bleibe<\/em>, war sicher h\u00f6chst selbstsuggestiv, zumal bedacht werden musste, dass <em>Adolf Hitler \u2026 sich positiv zu einer inneren Verbindung von Kirche und Staat bekannt [hat], aber in diesen Bereichen<\/em><a href=\"#_edn86\">[86]<\/a><em> \u2026 Zwangsl\u00e4ufigkeiten leicht st\u00e4rker [sind] als ein noch so ehrlicher und tatkr\u00e4ftiger Wille f\u00fchrender Pers\u00f6nlichkeiten<\/em>. Daraus folgte, dass <em>die deutschen Katholiken \u2026 ihr Geistesgut und ihre Eigenart nur in einer starken katholischen Presse<\/em> w\u00fcrden bewahren k\u00f6nnen, die durch Abonnieren zu unterst\u00fctzen, <em>ganze katholische Menschen zu sein<\/em> bedeute. Mit seinem Eintreten f\u00fcr die katholische Presse verband Muckermann die Vorstellung, dass diese zwar <em>aus dem ehrlichen Willen heraus, die katholischen Kr\u00e4fte der neuen Bewegung zur Verf\u00fcgung zu stellen<\/em> antreten w\u00fcrde, gleichzeitig aber auch <em>aus heiliger Verpflichtung<\/em> sich einzusetzen f\u00fcr <em>die volle soziale, wirtschaftliche und politische Gleichberechtigung der katholisch Minderheit in Deutschland<\/em>. <em>Keine katholische Familie ohne katholische Zeitung<\/em>, fand auch die <em>Katholische Aktion<\/em>,<a href=\"#_edn87\">[87]<\/a> die die Laien st\u00e4rker an die Kirchenhierarchie binden wollte. Auch sie fand, <em>die Presse ist entscheidend<\/em>. Aber sie beabsichtigte weniger eine Au\u00dfenwirkung, sondern wollte vielmehr <em>unbedingt das Mittel der katholischen Presse gebrauchen, um an unsere Katholiken heranzukommen<\/em>.<a href=\"#_edn88\">[88]<\/a> Der Erzbischof von Bamberg warb zeitgleich f\u00fcr <em>die Inpflichtnahme der katholischen Presse durch die Kirche<\/em> und wies ihr eine doppelte Aufgabe zu, n\u00e4mlich einerseits <em>die nationale Regierung \u2026 aufrichtig und nachdr\u00fccklich zu unterst\u00fctzen<\/em>, andererseits aber auch <em>den katholischen Geist in die Seelen ihrer Leser zu leiten<\/em>. So w\u00e4re die <em>katholische Presse \u2026 ein unentbehrliches und unersetzliches Mittel zeitgem\u00e4\u00dfer Seelsorge<\/em>. Nach dieser bisch\u00f6flichen Einsch\u00e4tzung war es <em>f\u00fcr alle Katholiken \u2026 heilige Pflicht \u2026, den Fortbestand der katholischen Tagesbl\u00e4tter und ihre gedeihliche Weiterentwicklung sicherzustellen<\/em>.<a href=\"#_edn89\">[89]<\/a> Darum erwartete der Bischof von Trier, Bornewasser, von seinen Di\u00f6zesanen, die <em>wirtschaftliche Sicherung der [katholischen] Tagespresse<\/em> nach Kr\u00e4ften zu f\u00f6rdern: <em>In jedes katholische Haus geh\u00f6rt auch eine katholische Zeitung<\/em> und zus\u00e4tzlich durch Anzeigen und Werbung bei Freunden und Bekannten. Geradezu erleichtert zeigte sich der Bischof von der Tatsache, dass die katholische Presse jetzt <em>unbelastet von politischen Tagesmeinungen<\/em>, zu der sie <em>durch die [fr\u00fcheren] Verh\u00e4ltnisse gezwungen<\/em> worden war, <em>im Lichte der Ewigkeit<\/em> w\u00fcrde schreiben k\u00f6nnen, jetzt, <em>nachdem die politischen Parteien auf ihre Eigenexistenz verzichtet haben<\/em>.<a href=\"#_edn90\">[90]<\/a> Der Wegfall der zentrums-politischen Berichte und Kommentare konnte ja durch Film-Berichterstattung kompensiert werden.<a href=\"#_edn91\">[91]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hitler sah das etwas anders und verordnete der Presse die Aufgabe der <em>Wiederherstellung einer einheitlichen geistigen Willensbildung der Nation<\/em>.<a href=\"#_edn92\">[92]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Am 7.7. stattete die BVZ dem Zentrum <em>den letzten Dank<\/em> ab.<a href=\"#_edn93\">[93]<\/a> <em>Das Zentrum ist nicht mehr!<\/em> Es hatte am Vortage Platz gemacht einer Regierung, von der <em>die Einhaltung christlicher Grunds\u00e4tze durch feierliches Wort und mutige Tat verb\u00fcrgt worden ist<\/em>.<a href=\"#_edn94\">[94]<\/a> Gleichzeitig versprach die BVZ, <em>in ihrer politischen Einstellung offen und r\u00fcckhaltlos f\u00fcr das Wachstum und die Vollendung<\/em> des neuen Staates einzutreten.<a href=\"#_edn95\">[95]<\/a> Das hier etwas holprige Bekenntnis zum Nazi-Staat lasen die BVZ-Bezieher in Kommentaren oft besser. Schon am 18.6. <em>[konnte und durfte es] keinem Zweifel unterliegen, dass der Katholik im Gewissen verpflichtet ist, dem rechtm\u00e4\u00dfig \u00fcber ihn herrschenden Staate zu geben, was des Staates ist, wie er Gott zu geben hat, was Gottes ist<\/em>. Wenig sp\u00e4ter war es <em>die Sendung der Katholiken<\/em>\u201c, dem <em>neuen Staat \u2026 jederzeit tatkr\u00e4ftige Mitarbeiter f\u00fcr all die gro\u00dfen nationalen Aufgaben<\/em> zu sein, denn <em>Kraft ihrer religi\u00f6s-ethischen Haltung stehen die Katholiken in der nationalen Front<\/em>. <a href=\"#_edn96\">[96]<\/a> Gleichzeitig mit dem mit doppeltem Balken markierten Hinweis, <em>Boykottma\u00dfnahmen gegen b\u00fcrgerliche Zeitungen untersagt<\/em>, untersuchte ein anonymer Kommentator das Verh\u00e4ltnis von <em>Religion und Volkstum<\/em>. Er kam zu der Feststellung, dass seit <em>des Sprachwunders des ersten Pfingstfestes<\/em> bis zur gegenw\u00e4rtigen <em>Zeitenwende<\/em>, \u2026 <em>deutsches Volkstum und religi\u00f6ses Leben \u2026 seit Jahrhunderten auf das innigste miteinander verwachsen<\/em> seien. Und nach <em>Jahren und Jahrzehnten \u2026einer materialistischen und christentumfeindlichen Weltanschauung \u2026 [durften] wir deutschen Katholiken uns freuen \u2026 unseres echten und gesunden Volkstums, \u2026 [das] bek\u00e4mpfen will und beseitigen will alle Parasiten, die am Lebensmark dieses Volkstums fressen<\/em>.<a href=\"#_edn97\">[97]<\/a> Einen Zugang \u00fcber den <em>Idealismus und Heroismus<\/em> zum neuen Staat versuchte die BVZ am 30.7.1933, indem sie darauf verwies, dass Idealismus und Heroismus geradezu typisch f\u00fcr Katholiken seien und dass gerade <em>das neue Deutschland<\/em> davon viel brauche.<a href=\"#_edn98\">[98]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Ratifizierung des Konkordats<a href=\"#_edn99\">[99]<\/a> wurde der <em>Freundschaftsbund<\/em> zwischen Kirche und Staat mit einem <em>feierlichen Dankgottesdienst<\/em> zelebriert, bei dem SA-M\u00e4nner erstmals ihre Fahnen in die Kirche trugen. In allen katholischen Kirchen des deutschen Reiches wurde im Anschluss an den Hauptgottesdienst an Sonn- und Feiertagen <em>f\u00fcr das Wohlergehen des Deutschen Reiches und Volkes<\/em> gebetet; und der <em>Allm\u00e4chtige \u2026 [l\u00e4sst] ein glaubensstarkes und getreues Volk nicht im Stiche<\/em>.<a href=\"#_edn100\">[100]<\/a> Auch die Zehn Gebote wurden mit neuem Gewande umgeben. Jetzt verlangte das vierte: <em>Du bist als Katholik im Gewissen verpflichtet, dem Staat ganz zu dienen<\/em>; und das sechste verordnete, <em>regelm\u00e4\u00dfig und genau Deine katholische Zeitung<\/em> zu lesen, <em>die Dich von hoher weltanschaulicher Warte \u00fcber Deine staatsb\u00fcrgerlichen Rechte und Pflichten und die gro\u00dfen Zeitfragen unterrichtet und belehrt<\/em>.<a href=\"#_edn101\">[101]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zeitungszusammenbr\u00fcche waren kurz darauf der Anlass, \u00fcber <em>die praktischen Wirkungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den katholischen Volksteil<\/em> nachzudenken und <em>ein bedenkliches Ma\u00df von Interessenlosigkeit und Unkenntnis eines gro\u00dfen Teils der katholischen Bev\u00f6lkerung<\/em> daf\u00fcr verantwortlich zu machen mit der Aufforderung, die katholischen Zeitungen mehr als bisher zu unterst\u00fctzen, etwa durch eigene Zeitungsbeitr\u00e4ge.<a href=\"#_edn102\">[102]<\/a> In einem solchen Beitrag hatte der Bottroper Kaplan Pardun, <em>geistlicher F\u00fchrer der katholischen Jugend Bottrops<\/em> und <em>Religionslehrer<\/em>, erkl\u00e4rt, im neuen Reich das <em>im Gebete des Herrn<\/em> verlangte <em>Reich Gottes<\/em> zu erkennen.<a href=\"#_edn103\">[103]<\/a> Noch 1935, w\u00e4hrend Bischof v. Galen die katholische Jugend Bottrops besuchte, <em>erflehte<\/em> Pardun unter den Augen des Bischofs stellvertretend f\u00fcr die Jugend <em>den Segen Gottes f\u00fcr das Werk des F\u00fchrers und seiner Berater<\/em>.<a href=\"#_edn104\">[104]<\/a> Im Dezember erschien in der BVZ ein Kommentar zum anstehenden Advent, der ohne jeden Hinweis auf die N\u00e4he katholischer Auffassungen zum Nazistaat auskam.<a href=\"#_edn105\">[105]<\/a> Im g\u00e4nzlich unverf\u00e4nglichen, rein religi\u00f6sen Teil der Zeitung fanden sich dagegen die Empfindungen eines besonders sensiblen Zeitgenossen wiedergegeben: <em>Wer aber das Gef\u00fchl hat f\u00fcr die geistigen Spannungen, die in der Luft liegen, der sp\u00fcrt gar deutlich das Erwachen eines neuen gottw\u00e4rts gerichteten Zeitalters<\/em>.<a href=\"#_edn106\">[106]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sollten die Bisch\u00f6fe an das Konkordat die Hoffnung gekn\u00fcpft haben, die Situation der katholischen Presse im Dritten Reich zu verbessern, sahen sie sich schon bald get\u00e4uscht. Bertram, der sich m\u00e4chtig f\u00fcr das neue Deutschland eingesetzt hatte, musste erkennen, dass <em>eine F\u00fclle von Aufgaben<\/em> noch ungel\u00f6st waren, zu denen auch <em>die unentbehrliche Bewegungsfreiheit der Presse<\/em> geh\u00f6rte. Er d\u00fcrfte inzwischen auch eingesehen haben, dass die Entlastung der Presse <em>von politischen Tagesmeinungen<\/em> keineswegs zu einer Konzentration auf Themen <em>im Lichte der Ewigkeit<\/em> gef\u00fchrt hatte. Die total gelenkten politisch-gesellschaftlichen&nbsp; Meldungen und die religi\u00f6s-katholischen Texte der katholischen Presse lie\u00dfen sich eben nicht durch ein Bischofswort voneinander trennen \u2013 und das umso weniger, als die <em>aufrichtige und nachdr\u00fcckliche<\/em> Unterst\u00fctzung der nationalen Regierung durch die katholische Presse ausdr\u00fcckliches Bischofsgehei\u00df war. Das Eine gab es nicht ohne das Andere. Die Bisch\u00f6fe mussten sich wegen ihrer uneingeschr\u00e4nkten Unterst\u00fctzung der katholischen Presse f\u00fcr die ganze Zeitung und nicht nur f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Teile Verantwortung zumessen lassen; am 10.6.1933 wussten sie das noch, als sie <em>mit den Tagesbotschaften den katholischen Geist in die Seelen ihrer Leser<\/em> zu leiten gedachten.<a href=\"#_edn107\">[107]<\/a> Tats\u00e4chlich leiteten die katholischen Zeitungen, leitete die BVZ, mit dem <em>katholischen Geist<\/em> auch den nationalsozialistischen <em>in die Seelen ihrer Leser<\/em>. Auch deshalb sorgte sich Bertram schon 1933 nicht ohne Grund um die <em>Beurteilung der kirchlichen Verh\u00e4ltnisse<\/em> durch die Geschichte.<a href=\"#_edn108\">[108]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>1934 wollten die Bisch\u00f6fe die <em>Katholiken warnen vor solchen Artikeln in diesen [= katholischen] Zeitungen, die der kirchlichen Lehre widersprechen, die aber infolge \u00e4u\u00dferen Drucks von der Schriftleitung nicht abgelehnt werden k\u00f6nnen<\/em>. F\u00fcr diese Artikel <em>haben die betreffenden Zeitungen kein Recht, als katholische Zeitungen angesehen zu werden<\/em>. <a href=\"#_edn109\">[109]<\/a> Mit dem Hirtenbrief vom Juni machten die Bisch\u00f6fe ihren Vorsatz wahr und best\u00e4tigten, dass <em>unsere katholische Presse nicht mehr die Freiheit [hat], die gro\u00dfen Fragen der Zeit im Lichte der katholischen Glaubens- und Sittenlehre freim\u00fctig zu behandeln und die Angriffe auf Christentum und Kirche abzuwehren<\/em>.<a href=\"#_edn110\">[110]<\/a> Die BVZ druckte den Hirtenbrief nicht,&nbsp; auch nicht die folgenden. Stattdessen lasen ihre Leser, dass der neue Bischof von Hildesheim, Machens, vom preu\u00dfischen Kultusminister Klemm unterwiesen wurde, dass die <em>Macht des nationalsozialistischen Staates \u2026 vor allem \u2026 auf dem Bewusstsein der Blutsverwandtschaft [ruht], \u2026 ohne Unterschied der Bekenntnisse<\/em>. Kurz nach den als <em>R\u00f6hm-Putsch<\/em> getarnten staatlich legitimierten \u00f6ffentlichen Morden, an denen Hitler sogar pers\u00f6nlich mitwirkte, forderten die Bisch\u00f6fe von Speyer und Osnabr\u00fcck ihre Gl\u00e4ubigen auf, Hitler am 19.8.34 auch zum Reichspr\u00e4sidenten zu w\u00e4hlen; Bittgottesdienste sollten seine Wahl bef\u00f6rdern.<a href=\"#_edn111\">[111]<\/a> Die Bisch\u00f6fe kamen in der BVZ nur noch sehr selektiv in zu Wort.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1.9.1935 lie\u00dfen die deutschen Bisch\u00f6fe von den Kanzeln einen Hirtenbrief verlesen, der <em>die Freiheit der Presse \u2026 so weit eingeschr\u00e4nkt<\/em> sah, dass <em>die fr\u00fcher katholischen Zeitungen religi\u00f6se Artikel nicht mehr bringen d\u00fcrfen und zuweilen zur Aufnahme von Artikeln gezwungen werden, die den katholischen Leser verletzen<\/em>.<a href=\"#_edn112\">[112]<\/a> In der BVZ suchten die Leser diesen Hirtenbrief vergeblich. Stattdessen lasen sie, dass Goebbels eine <em>konfessionelle Presse f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig<\/em> hielt.<a href=\"#_edn113\">[113]<\/a> Anfang 1936 galt das Schriftleitergesetz auch f\u00fcr die <em>Di\u00f6zesan-, Pfarrei- und Dekanatsbl\u00e4tter<\/em>.<a href=\"#_edn114\">[114]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2.3. Die politischen, neutralen und katholischen Beitr\u00e4ge.<\/p>\n\n\n\n<p>Die BVZ war 1933 eine Familienzeitung mit entsprechenden Seiten und unterschiedlichem Umfang, der ein politischer Teil und eine <em>Bottroper Stadt-Chronik<\/em> vorausgeschickt wurden. Die allgemein-politischen Beitr\u00e4ge erstreckten sich immer \u00fcber die ersten beiden Seiten des Blattes; gelegentlich ben\u00f6tigten sie auch noch die dritte Seite: Hier wurden die Artikel gedruckt, die von den verschiedenen Presseagenturen kamen. Danach kam das st\u00e4dtische Geschehen auf bis zu drei Seiten unter, je nachdem wie umfangreich der lokale Sport und die Filmkritiken ausfielen. Die rein katholischen Themen fanden in der BVZ gro\u00dfen Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>Montags, aber auch w\u00e4hrend der Woche, gab es die \u00fcberregionale <em>Sportschau<\/em>, die gerne Berichte der DJK<a href=\"#_edn115\">[115]<\/a> brachte \u2013 auch im Bottroper Sport. <em>Nachrichten aus Westdeutschland<\/em> f\u00fcllten am Wochenende samstags und sonntags eine Seite. Der <em>Familienfreund<\/em>, sp\u00e4ter im Jahr 1933 <em>Das bunte Leben<\/em>, brachte t\u00e4glich einen Fortsetzungsroman. Und an jedem zweiten Sonntag las die <em>katholische Jugendgemeinde Bottrop<\/em> unter der Riesen-\u00dcberschrift <em>Katholische Jugend marschiert<\/em>\/<em>Katholische Jugend<\/em>\u201c, was Erbauliches, Katholisches oder Zeitgem\u00e4\u00dfes von der und f\u00fcr die Jugend zu berichten war. Auf diese Seite verirrte sich auch schon mal der Beitrag eines Gauleiters, der \u00fcber <em>Volk und Nation<\/em>\u201c als <em>Gemeingut aller Deutschen<\/em> philosophieren durfte.<a href=\"#_edn116\">[116]<\/a> Mehrmals bestritten diese Seite Kaplan Pardun, der die Jugendgemeinde mit dem neuen Geist anfreunden, und sein Widerpart Kaplan Bernhard Borgs, der die Bottroper Jugend zu guten Katholiken&nbsp; erziehen wollte und dabei einen Bezug zu den Nazis ablehnte. Sonntags gab\u2019s auch die Seite <em>F\u00fcr unsere jungen Freunde<\/em> und eine Seite <em>Freude und Humor<\/em>. Vor allem am Wochenende druckte die BVZ <em>Unsere Bilder vom Tage<\/em>, die ab 1933 nat\u00fcrlich oft Nazi-Motive trugen; die Zeitung vermied aber katholische und Nazi-Bez\u00fcge im gleichen Bild. Es gab auch oft gemischte Seiten, die sich nicht zu einer der hier angezeigten Kategorien zuordnen lie\u00dfen; nat\u00fcrlich druckte die BVZ auch immer Werbe-Seiten. Zu besonderen Festtagen, Weihnachten, Ostern und Pfingsten, wurde die Zeitung von katholischen Beitr\u00e4gen zu diesen Festen beherrscht. Alle Texte, die das vom Thema her zulie\u00dfen, hatten 1933 deutlich katholische Ambitionen.<\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"436\" height=\"178\" src=\"\">1934 \u00e4nderte sich das Gesamtbild der Zeitung drastisch. Das <em>Bunte Leben<\/em> informierte \u00fcber Wissenswertes, Belangloses aber auch \u00fcber die <em>Rasse in der Musik<\/em>,<a href=\"#_edn117\">[117]<\/a> und stellte die Frage, ob Mendelssohn <em>deutsche Musik<\/em> gemacht habe.<a href=\"#_edn118\">[118]<\/a> \u00dcberhaupt war die Kultur eine Angelegenheit der Rasse.<a href=\"#_edn119\">[119]<\/a> Kaplan Pardun spannte den Bogen von den Grundlagen <em>der Kirche Christi<\/em>, n\u00e4mlich <em>F\u00fchrung und Gefolgschaft<\/em>, bis zur <em>Gefolgschaft in den anderen gottgewollten Ordnungen, in der Gemeinschaft der Familie, des Volkes und des Staates<\/em>.<a href=\"#_edn120\">[120]<\/a> Die katholischen Themen in der BVZ waren bestenfalls unpolitisch; sehr viele aber verpflichteten die katholischen Leser geradezu zu der Haltung, den Hitler-Staat als gottgef\u00e4llig aufzufassen; sie stabilisierte also den Nazi-Staat mit einem besonders perfiden, weil f\u00fcr einen Katholiken kaum abzulehnenden Postulat.<\/p>\n\n\n\n<p>In der <em>Bottroper Stadt-Chronik<\/em> waren nun HJ und NSDAP in der Aufmachung wie in der H\u00e4ufigkeit mindestens so pr\u00e4sent wie die katholischen Vereine. So erfuhren die Leser, was die Schulungsteilnehmer von NSDAP-Schulungsabenden sich anh\u00f6rten. Als Gegengewicht gegen die vierzehnt\u00e4gige Seite <em>Katholische Jugend<\/em> konnte die HJ alle zwei Wochen die Seite <em>Die Jugend voran<\/em> der Sonntagsausgabe gestalten. <em>F\u00fcr unsere kleinen Freunde<\/em> berichtete gelegentlich ein <em>Jungvolkpimpf<\/em>. Eine Sternstunde aber bereitete der <em>Katholischen Jugend<\/em> ein Text, mit <em>B.<\/em> signiert, der auf den Kriegsbeginn vor zwanzig Jahren zur\u00fcck blickte mit bewegenden Worten, die in der Erkenntnis endeten: <em>Sieger ist nur der Tod<\/em><a href=\"#_edn121\">[121]<\/a>&nbsp; &#8211; ein Text, der sich sowohl gegen den falschen Heroismus der NS-Ideologie wandte als auch gegen die ausufernde katholische Verherrlichung der Selbstaufopferung. 1935 schrieb \u201eB. B.\u201c gleichzeitig gegen den katholischen Mainstream in der BVZ, der keine Bez\u00fcge mehr zwischen Religion und Leben aufdeckte, und gegen die Nazi-Ideologie an, als er das Individuum gegen die Vereinnahmung durch die Gemeinschaft verteidigte.<a href=\"#_edn122\">[122]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1935 spielten katholische Texte in der BVZ keine Rolle mehr. Von bisch\u00f6flichen Hirtenbriefen erfuhren die Leser nur, wenn sich Nazigr\u00f6\u00dfen an ihnen rieben.<a href=\"#_edn123\">[123]<\/a> Die vierzehnt\u00e4gige Seite <em>Katholische Jugend<\/em> verschwand einfach. Die gro\u00dfen katholischen Feste wurden, anders als in den Jahren zuvor, \u00fcberwiegend von der ersten Seite verbannt. Lokale katholische Feiern fanden kaum noch statt. 1000 <em>N\u00e4chtliche Beter<\/em> auf ihrer Wallfahrt<a href=\"#_edn124\">[124]<\/a> bekamen gerade mal eine Spalte am Rande des Bottroper Teils. Christi Himmelfahrt wurde noch erw\u00e4hnt, weil an dem Tag 1500 Bottroper Kinder ihre <em>Feierliche Erstkommunion<\/em> (30.5.) begingen. Fronleichnam viel buchst\u00e4blich ins Wasser.<a href=\"#_edn125\">[125]<\/a> Pfingsten fand in der Natur statt; in einem dreispaltigen Beitrag in der <em>Bottroper Stadt-Chronik<\/em> erinnerten ganze f\u00fcnf Zeilen an den christlichen Hintergrund des Festes.<a href=\"#_edn126\">[126]<\/a> Und <em>Weihnachten in volksgemeinschaftlicher Liebe<\/em> (19.12.) war die <em>gewaltige WHW-Gemeinschaftsaktion<\/em>, bei der die Kirchen nicht mehr vorkamen. Es wurde <em>Volksweihnachten in Deutschland<\/em> (23.12.) gefeiert, bei dem <em>die Weihnachtsansprache des Reichsministers Dr. Goebbels<\/em> zu h\u00f6ren war; so wurde aus dem christlichen ein <em>deutsches Fest<\/em>. Die erste Seite der BVZ stand am 24.12. unter dem Motto <em>Friede den Menschen auf Erden!<\/em>. Das <em>Fest des Friedens<\/em>, dessen <em>frohe Botschaft \u2026 aus himmlischen H\u00f6hen<\/em> kam und dem <em>Hochfest der Christenheit seine Signatur gegeben<\/em> hatte, war der ganze Zeitungsverweis auf den <em>religi\u00f6sen Sinn<\/em> \u2013 unterst\u00fctzt von einem Bild der Heiligen Familie. Danach lenkte der Schreiber auf den politischen Frieden \u00fcber und beschrieb auf dem Rest der Seite, dass die Welt <em>tagaus tagein von Krieg und internationalen Spannungen\u201c sprach, dass aber \u201edie Au\u00dfenpolitik des Dritten Reiches auf einen durchaus friedfertigen Kurs gerichtet ist<\/em>;<a href=\"#_edn127\">[127]<\/a> dass der innere Frieden aber noch nicht ganz erreicht sei: <em>Der Nationalsozialismus hat [zwar] gesiegt, hat triumphiert, hat die Macht fest in den H\u00e4nden, hat das deutsche Volk fest in seinen Bann gezogen, hat sein politisches Denken und Wollen weitgehend umgestaltet, hat ein wirklich neues Deutschland geschaffen. Aber der Prozess ist noch nicht zu Ende<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine deutliche Ausnahme machte die Berichterstattung \u00fcber den Bischof-Besuch anl\u00e4sslich der Firmung in Bottrop. In dessen Windschatten durften noch mal katholische Vereine sich und ihre Arbeit vorstellen. Galen kam am 12.5.; die BVZ wies am 20.4. und 12.5. auf die <em>Freudentage f\u00fcr die Bottroper Bev\u00f6lkerung<\/em> hin. 3000 Jungkatholiken wollten vom Bischof gefirmt werden, dem auf der Anreise <em>zahlreiche Reiter und Radfahrer das Ehrengeleit<\/em> vom Forsthaus Specht aus gaben. <em>Die gesamte katholische Geistlichkeit<\/em> wartete auf die <em>echte Westfalengestalt<\/em>, die dann den Zuh\u00f6rern <em>treueste Pflichterf\u00fcllung \u2026 gegen\u00fcber Gott und den Menschen, Kirche und Vaterland<\/em> bescheinigte. Sp\u00e4ter empfing der Bischof den <em>weltlichen Leiter der Stadt<\/em>, den frischgebackenen Bottroper Oberb\u00fcrgermeister Graf von Stosch. Dessen Antrittsbesuch erwiderte der Bischof artig im Rathaus. Am Mittwoch war <em>Der Bischof bei der katholischen Jugend<\/em> (17.5); am Donnerstag bestand <em>Der H\u00f6hepunkt der Bischofswoche<\/em> im Bischofsbesuch bei den 2000 katholischen M\u00e4nnern und in allen Bottroper Pfarren. Vor den M\u00e4nnern bedankte sich Galen bei den <em>Priestern, den Lehrern und Lehrerinnen und den Eltern \u2026 f\u00fcr&nbsp; \u2026 die Gl\u00e4ubigkeit in Kirchen und Schulen<\/em>; er bedankte sich bei den Vereinen, die <em>in jenen Zeiten des Zerfalls, des drohenden Kommunismus, der Auflehnung gegen jede Obrigkeit, Bollwerke der Ordnung, Zellen der Erhaltung der religi\u00f6sen Lebens und Staates<\/em> gewesen waren. Ihren erzwungenen R\u00fcckzug aus der Gesellschaft begr\u00fc\u00dfte er als <em>Pflege religi\u00f6sen Erbgutes<\/em>. So konnte der Oberb\u00fcrgermeister dem Regierungspr\u00e4sidenten<a href=\"#_edn128\">[128]<\/a> den L\u00f6wen von M\u00fcnster als handzahm beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite Ausnahme war ein kurzer Bericht \u00fcber eine <em>Kirchliche Feierstunde der Bottroper Jungkatholiken<\/em> (20.10.), in dem <em>das K\u00f6nigtum Christi, \u2026 jenes herrliche, unbesiegbare K\u00f6nigtum, das da herrscht und lebt bis zu den Grenzen der Erde<\/em> besungen und von der katholischen Jugend beschworen wurde.<a href=\"#_edn129\">[129]<\/a> Wenn aber sonst <em>Gott zur Ehr\u2019<\/em> in der <em>Bottroper Stadt-Chronik<\/em> zu lesen war,<a href=\"#_edn130\">[130]<\/a> dann galt der Artikel der Freiwilligen Feuerwehr; und <em>Gott mit uns<\/em> war das Motto auf dem Koppelschloss der neuen Wehrmacht.<a href=\"#_edn131\">[131]<\/a> Das 25j\u00e4hrige Bischofsjubil\u00e4um Faulhabers fand auf ganzen 11 Zeilen statt.<a href=\"#_edn132\">[132]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Abschluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Die BVZ versuchte ihre katholische Bindung so lange zu zeigen, wie sie das ohne gr\u00f6\u00dfere Widerst\u00e4nde zu provozieren konnte. Auch zu dieser Zeit war sie im politischen Teil aber v\u00f6llig gleichgeschaltet. Dennoch wird sich der heutige Leser der damaligen Zeitungen verwundert die Augen wischen, wenn die BVZ am 29.11.1934 aus einer Unterhausdebatte meldete, dass die britische Regierung feststellte, dass <em>als nat\u00fcrliches Ergebnis einer fast zweij\u00e4hrigen Herrschaft dieses [= Nazi-] Regimes in Mitteleuropa \u2026 sich ein Zustand nerv\u00f6ser Besorgnis ergeben [hat], der sich von einem Land nach dem anderen ausbreitet und ein b\u00f6ses Vorzeichen f\u00fcr den Frieden Europas darstellt<\/em>.<a href=\"#_edn133\">[133]<\/a> Die Tatsache aber, dass das DNB den Leitartikel geschrieben hatte, verbietet jeden Gedanken an Resistenz oder Zwischen-den-Zeilen-Schreiben der Zeitung. Der Artikel meinte nat\u00fcrlich, mit diesem Zitat die Verlogenheit der britischen Aufr\u00fcstung demaskieren zu k\u00f6nnen. Dass die Leser ebenso dachten, glaubten die Propagandaexperten durch st\u00e4ndiges Wiederholen von Stichworten, Themen, Anklagen und Hetze-Vorw\u00fcrfen erreichen zu k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich erschlie\u00dft sich die Bedeutung der BVZ f\u00fcr die Nazis und ihren Anspruch auf das Monopol der Meinungsbildung einerseits und die Zeitungsleser anderseits erst in vollem Umfange, wenn man bedenkt, dass es kein wichtiges Ereignis, keine bedeutsame Entwicklung gab, die nicht von einer umfangreichen Pressekampagne vor\u2013 oder nachbereitet wurde. Das gilt f\u00fcr den Kampf gegen die Demokratie wie gegen die Sozialisten, gegen die Juden wie gegen die katholische Kirche; und auch den Krieg hat die Zeitung in den K\u00f6pfen und im Empfinden der Bev\u00f6lkerung zielstrebig vorbereitet. Die Presse im Nationalsozialismus w\u00f6lbte \u00fcber die Wirklichkeit eine Zeitungsrealit\u00e4t, zu der auch gelegentliche Abstecher in die \u2013 nat\u00fcrlich v\u00f6llig irrigen &#8211; Ansichten der Gegner geh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p>Literaturliste<\/p>\n\n\n\n<p>Altmeyer, Karl Aloys: Die katholische Presse unter NS-Diktatur, Berlin 1962.<\/p>\n\n\n\n<p>Aretz, J\u00fcrgen: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Katholische Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus, Mainz 1982.<\/p>\n\n\n\n<p>Bucksteeg, Josef: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Unter der Hakenkreuzfahne, Stadt Bottrop, Stadtarchiv 2003.<\/p>\n\n\n\n<p>Fischer, Peter: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die deutsche Publizistik als Faktor der deutsch-polnischen Beziehungen<\/p>\n\n\n\n<p>1919-1939, Wiesbaden 1991.<\/p>\n\n\n\n<p>Frei, Norbert: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der F\u00fchrerstaat, dtv 2001.<\/p>\n\n\n\n<p>Frei, Norbert: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nationalsozialistische Eroberung der Provinzpresse, dva 1980.<\/p>\n\n\n\n<p>Frei, Norbert \/ Schmitz, Johannes: Journalismus im Dritten Reich, M\u00fcnchen 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>Hagemann, Walter: &nbsp;&nbsp; Publizistik im Dritten Reich, Hamburg 1948.<\/p>\n\n\n\n<p>Hale, Oron J.: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Presse in der Zwangsjacke 1933-1945, Droste 1965;<\/p>\n\n\n\n<p>Kershaw, Ian: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hitler 1889-1936 und 1936-1945, dtv 2002.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00f6ffler, Peter (Bearb.): Bischof Clemens August Graf von Galen Akten, Briefe und Predigten 1933-1946, Sch\u00f6ningh, Bd. 1, 1996.<\/p>\n\n\n\n<p>P\u00fcrer, Heinz \/ Raabe, Johannes: Medien in Deutschland, Band 1 Presse, M\u00fcnchen 1994.<\/p>\n\n\n\n<p>Stasiewski, Bernhard: Akten deutscher Bisch\u00f6fe \u00fcber die Lage der Kirche 1933-1945; Bd. 1, 1933-34, Mainz 1968; Bd. 2, 1934-1935 Mainz 1976; Bd. 3, 1935-36.<\/p>\n\n\n\n<p>Volk, Ludwig: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Akten deutscher Bisch\u00f6fe \u00fcber die Lage der Kirche 1933-1945, Bd. 4, 1936-1939, Mainz 1981;<\/p>\n\n\n\n<p>Wilke, J\u00fcrgen: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert, B\u00f6hlau Verlag 2007.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, Hubert: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Clemens August Graf von Galen. Gehorsam und Gewissen, Herder<\/p>\n\n\n\n<p>2006.<\/p>\n\n\n\n<p>Wulf, Joseph: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Presse und Funk im Dritten Reich \u2013 eine Dokumentation, Ullstein<\/p>\n\n\n\n<p>1983.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeitungen<\/p>\n\n\n\n<p>Bottroper Volkszeitung (BVZ)\/Westf\u00e4lischer Beobachter 1933 \u2013 1940.<\/p>\n\n\n\n<p>Bottroper Anzeiger\/Generalanzeiger (BA) 1933-1934.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv<\/p>\n\n\n\n<p>O1, Nr. 3, Akten des Oberb\u00fcrgermeisters: Brief vom 22.5.1935 an den Regierungspr\u00e4sidenten M\u00fcnster.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung im Vestischen Kalender 85(2014); S. 106 \u2013 124.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref1\">[1]<\/a> RGBl. I, Nr. 111; S. 713. Das Schriftleitergesetz wurde am 7.10. im Reichsgesetzblatt ver\u00f6ffentlicht und trat&nbsp;&nbsp; Januar 1934 in Kraft. Es galt zun\u00e4chst nicht f\u00fcr kirchliche Zeitungen und Zeitschriften.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref2\">[2]<\/a>&nbsp; BVZ vom 31.1.1933: <em>Frick \u00fcber die neue Politik<\/em>. Am 14.2. sagte Hitler \u00c4hnliches vor der NSDAP-Presse in Berlin (BA vom 15.2.1933: <em>Hitler vor der NSDAP-Presse<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref3\">[3]<\/a> Diese Verbote gingen noch auf eine <em>Verordnung des RPr. [= Reichspr\u00e4sidenten] zur Erhaltung des inneren Friedens vom 19.12.1932<\/em>\u201c zur\u00fcck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref4\">[4]<\/a>&nbsp; BVZ vom 4.2.1933: <em>Erkl\u00e4rungen Hitlers<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref5\">[5]<\/a>&nbsp; BA vom 8.3.1933: <em>Ma\u00dfnahmen gegen tendenzi\u00f6se Auslandsberichterstatter<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref6\">[6]<\/a>&nbsp; BA vom 15.6.1933: <em>254 ausl\u00e4ndische Zeitungen in Deutschland verboten<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref7\">[7]<\/a>&nbsp; BVZ vom 6.2.1933: <em>Beschr\u00e4nkung der Versammlungs- und Pressefreiheit<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref8\">[8]<\/a> <em>Notverordnung des RPr. [= Reichspr\u00e4sidenten] zum Schutze des deutschen Volkes, vom 4. Februar 1933<\/em> (RGBl. I. 35).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref9\">[9]<\/a>&nbsp; BA vom 24.2.1933: <em>Goering w\u00fcnscht scharfe Anwendung der Pressenotverordnung<\/em> und verlangte von den Oberpr\u00e4sidenten Preu\u00dfens, dass die <em>Polizeibeh\u00f6rden \u2026 der Beobachtung der Presse mit Sch\u00e4rfe und Unnachsichtigkeit<\/em> nachgehen werden, <em>wenn sich die M\u00f6glichkeit dazu bietet<\/em>. Mitte des Jahres \u00fcbernahm die NSDAP selbst diese Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref10\">[10]<\/a>&nbsp; BVZ vom 21.2.1933: <em>Erlass G\u00f6rings an die Polizei<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref11\">[11]<\/a> Frei, Norbert\/Schmitz, Johannes: Journalismus im Dritten Reich, Beck 2011; S. 16.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref12\">[12]<\/a>&nbsp; BA vom 16.2.1933: <em>Der \u201aVorw\u00e4rts\u2019 auf 8 Tage verboten<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref13\">[13]<\/a>&nbsp; BA vom 16.2.1933: <em>\u2019Rheinische Zeitung\u2019 verboten<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref14\">[14]<\/a>&nbsp; BVZ vom 17.2.1933: <em>Aufruf kath. Volksverb\u00e4nde<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref15\">[15]<\/a> BVZ vom 20.2.1933: <em>Massenzeitungsverbot und seine Aufhebung<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref16\">[16]<\/a> <em>Verordnung des Reichspr\u00e4sidenten zum Schutz von Volk und Staat. Vom 28. Februar 1933.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref17\">[17]<\/a>&nbsp; In der ersten H\u00e4lfte des M\u00e4rz \u00fcbernahm das Reich die Reichsexekutive in allen L\u00e4ndern des Reichs.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref18\">[18]<\/a> BVZ vom 1.3.1933: <em>Verordnung gegen Verrat<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref19\">[19]<\/a> BA vom 9.5.1933: <em>Vollzug der Todesstrafe<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref20\">[20]<\/a> BA vom 1.3.1933: <em>Scharfes Vorgehen gegen die Kommunisten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref21\">[21]<\/a> BA vom 15.3.1933: <em>Das Verbot der SPD-Presse um 14 Tage verl\u00e4ngert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref22\">[22]<\/a> BA vom 10.3.1933: <em>Verlagsinhaber erschossen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref23\">[23]<\/a> BA vom 21.4.1933: <em>SA besetzt eine Druckerei<\/em> und BA vom 22.4.1933: <em>Dortmunder General-Anzeiger unter nationalsozialistischer Leitung<\/em>. <em>Der Redakteur Westhoff wurde in Schutzhaft genommen<\/em>. Am 25.4. meldete die BVZ, <em>\u2019Dortmunder Generalanzeiger\u2019 endg\u00fcltig im Besitz der NSDAP<\/em>. Damit bekamen die Nazis gleichzeitig mit einer <em>gewaltigen Auflage<\/em> auch <em>die modernste Druckerei Deutschlands<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref24\">[24]<\/a> Balbo f\u00fcllte Anfang Juli die deutschen Zeitungen, weil er mit einer Staffel von 24 Flugzeugen von Rom nach New York und Chicago flog; er war zudem Mussolinis Luftmarschall.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref25\">[25]<\/a>&nbsp; BA vom 18.7.1933: <em>Der Grund f\u00fcr das Verbot der \u201aDeutschen Zeitung\u2019<\/em>. (BA vom 2.7.: <em>Balbo mit seinem Geschwader gestartet<\/em>.)&nbsp; KZ = Konzentrationslager.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref26\">[26]<\/a> Wilke, J\u00fcrgen: Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert, B\u00f6hlau Verlag 2007; S. 115 -255.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref27\">[27]<\/a> BVZ vom 16.3.1933: <em>Propaganda der Regierung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref28\">[28]<\/a> BA vom 16.3.1933: <em>Reichsregierung und Presse<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref29\">[29]<\/a> BVZ vom 31.3.1933: <em>Vertreter des Vereins Deutscher Zeitungsverleger bei Reichsminister Goebbels<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref30\">[30]<\/a>&nbsp; BA vom 1.4.1933: <em>Umbau der journalistischen Standesorganisation<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref31\">[31]<\/a> BVZ vom 8.5.1933: <em>Gleichschaltung im Landesverband der rhein.-westf.&nbsp; Presse<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref32\">[32]<\/a> BVZ vom 20.2.1934: <em>Tagung der deutschen Zeitungsverleger<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref33\">[33]<\/a> Die Reichspressekammer war die Oberste Instanz im NS-Presse-Unterdr\u00fcckungsapparat. Sie vereinigte den <em>Verband deutscher Zeitungsverleger<\/em> (VDZV), Ende 1933 <em>Reichsverband der deutschen Zeitungsverleger<\/em> (RVDZV), den <em>Reichsverband der deutschen Presse<\/em> (RDP) und andere <em>Verb\u00e4nde, Fachgruppen und Fachschaften<\/em>, z. B. Korrespondenz und Nachrichtenb\u00fcros. Sie f\u00fchrte eine Berufsliste der Journalisten; nur wer in dieser Liste verzeichnet war, konnte als Journalist arbeiten. Wer nicht die f\u00fcr <em>die Aus\u00fcbung [seiner] T\u00e4tigkeit erforderliche Zuverl\u00e4ssigkeit und Eignung<\/em> besa\u00df, wurde ausgeschlossen und damit brotlos. Die deutschen Zeitungsverleger mussten den <em>Voraussetzungen als Gestalter nationalsozialistischer Gesinnungspresse gen\u00fcgen<\/em>. Wer diese <em>Voraussetzung<\/em> nicht erf\u00fcllte, konnte entsch\u00e4digungslos enteignet werden. Max Amann, der Pr\u00e4sident der Reichspressekammer, und Rolf Rienhard, stellvertretender Leiter des RVDZV, nutzten ihre gesetzlichen M\u00f6glichkeiten <em>erbarmungslos<\/em> aus und machten daraus nicht nur das Instrument, alle unliebsamen Journalisten mundtot zu machen, sondern nutzten sie auch als <em>ein Mittel uneingeschr\u00e4nkter Enteignung und Beraubung<\/em>.&nbsp; (Hale, Oron J.: \u2026; S. 97-100.) Eingegliedert war die Reichspressekammer in die Reichskulturkammer, in der alle <em>Angeh\u00f6rigen der T\u00e4tigkeitszweige<\/em>, die mit <em>Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda<\/em> zu tun hatten, als <em>K\u00f6rperschaften des \u00f6ffentlichen Rechts<\/em>, Kammern, zusammengefasst wurden. (Reichskulturkammergesetz vom 22.9.1933.).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref34\">[34]<\/a> Habemann, Walter: Publizistik im Dritten Reich, Hamburg 1948; S. 316 \u2013 328. Auf der Pressekonferenz bekamen ausgew\u00e4hlte Schriftleiter Instruktionen \u00fcber Themen, Umfang, Zeitpunkt bis hin zur Wortwahl der Ver\u00f6ffentlichungen in ihren Zeitungen. Nichts stand zuf\u00e4llig in den Zeitungen; selbst die gelegentlichen Wiedergaben kritischer Meinungen des Auslandes verfolgten bestimmte Absichten.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref35\">[35]<\/a> BVZ vom 12.7.1933: <em>Landesstellen f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda und ihre Leiter<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref36\">[36]<\/a>&nbsp; BVZ vom 23.8.1933: <em>Die Presse im neuen Deutschland<\/em>. Das Blatt gab den <em>stellvertretenden Leiter des Presseamtes Gro\u00df-Berlin der NSDAP, Jaenicke<\/em>, wieder.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref37\">[37]<\/a> BVZ vom 20.2.1934: <em>Der Umgang mit der Presse \u2013 Eine vorbildliche Anordnung<\/em>. &nbsp;Die NSBO war die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation, die ma\u00dfgeblich daran beteiligt war, die Betriebe f\u00fcr die Nationalsozialisten zu erobern. In Bottrop setzte sie schon vor dem 2. Mai 1933 die Betriebsr\u00e4te in Verwaltung und gro\u00dfen Betrieben ab und \u00fcbernahm selbst die Vertretung der Belegschaften. In den Richtlinien f\u00fcr Bayern, die hier die BVZ verbreitete, wurden die <em>Amtswalter<\/em> angeregt, die <em>Einsendungen an die Tageszeitungen<\/em> so kurz zu halten, dass f\u00fcr den <em>freien Journalisten ein m\u00f6glichst weites Feld zur Bet\u00e4tigung<\/em> bleibe.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref38\">[38]<\/a> Als Internetressource: http:\/\/alex.onb.ac.at\/cgi-content\/alex?apm=0&amp;aid=dra&amp;datum=19330004&amp;seite= 00000713&amp;zoom=2. (ALEX ist ein Service der \u201e\u00d6sterreicheischen Nationalbibliothek.)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref39\">[39]<\/a>&nbsp; BVZ vom 6.10.1933: <em>Der Schriftleiter im neuen Staat<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref40\">[40]<\/a> BVZ vom 22.10.1933: <em>Nicht Parteisache, sondern Sache des ganzen Volkes<\/em>. Im \u00dcbrigen hatte es Meinungsfreiheit nie gegeben: <em>Die Freiheit der Meinung war immer das Vorrecht<\/em> weniger. <em>Wir haben f\u00fcr die Presse \u2026 eingef\u00fchrt, \u2026 dass jeder das, was er tut und l\u00e4sst, zu verantworten hat<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref41\">[41]<\/a> BVZ vom 3.1.1934: <em>Der F\u00fchrer an die Partei<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref42\">[42]<\/a> BVZ vom 2.1.1934: <em>Das WTB nimmt Abschied; das DNB stellt sich vor<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref43\">[43]<\/a> BVZ vom 28.4.1934: <em>Soldatentum der Presse<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref44\">[44]<\/a> BVZ vom 9.\/10.5.1934: <em>Handhabung der Pressepolitik<\/em>. Goebbels versuchte so die Einf\u00f6rmigkeit der Presse etwas aufzulockern; ihre Freir\u00e4ume zu nutzen, war aber das Risiko der Journalisten und Zeitungen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref45\">[45]<\/a> BVZ vom 11.7.1934: <em>Der 30. Juni im Spiegel des Auslandes<\/em>. Goebbels demaskiert in einer Rundfunkrede die <em>internationale Weltpresse [, die] geradezu in einen Taumel b\u00f6swilliger Verhetzung und hysterischer Verleumdung hineingeraten [ist]<\/em>.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref46\">[46]<\/a> BVZ vom 3.7.1934: <em>Dr. Goebbels dankt der deutschen Presse<\/em> f\u00fcr die BVZ vom 2., 3., 10., 11., 14.7.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref47\">[47]<\/a> Hale, Oron J.: \u2026; S. 153-157. Die drei Amann-Anordnungen stammten vom April 1935.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref48\">[48]<\/a> Hale, Oron J.: \u2026; S. 177.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref49\">[49]<\/a> Stasiewski, Bernhard: Akten \u2026, Bd. 2; S. 172-176 (Nr. 214 vom 5.5.1935: <em>Bertram an Hitler, Fricke und Goebbels<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref50\">[50]<\/a> Stasiewski, Bernhard: Akten \u2026, Bd. 2; S.172-173 (Nr. 214 vom 5. 5.1935).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref51\">[51]<\/a> Hale, Oron J.: \u2026; S. 186-194.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref52\">[52]<\/a> BVZ vom 5.7.1933: <em>Kommunale Propagandastellen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref53\">[53]<\/a> BVZ vom 2.9.1933: <em>Erste Pressebesprechung bei Oberb\u00fcrgermeister Irrgang<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref54\">[54]<\/a> BVZ vom 1.2.1934: <em>Mitarbeit von Presse, Berufsst\u00e4nde und Gemeinderat am Etat<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref55\">[55]<\/a> Guernica, ein kleines baskisches Dorf, wurde am 26.4.1937 von der deutschen <em>Legion Condor<\/em> systematisch zerbombt. Die offiziell gar nicht existierende Nazi-Truppe hatte die Taktik des Fl\u00e4chenbombardements geprobt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref56\">[56]<\/a> BVZ vom 14.5.1937: <em>Tagesfragen der deutschen Presse<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref57\">[57]<\/a> BVZ vom 2.12.1935: <em>Die Presse und ihre Verpflichtung<\/em>. Goebbels vor dem <em>Reichspressetag<\/em>;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">BVZ vom 31.1.1937: <em>Die gro\u00dfe Reichstagsrede des F\u00fchrers<\/em> (3. Seite: <em>Sinn der Gemeinschaftserziehung<\/em>\u201c). BVZ vom 2.4.1936: <em>Der F\u00fchrer und der Reichspropagandaminister danken der deutschen Presse<\/em>.&nbsp;BVZ vom 18.8.1936: <em>Reichsminister Goebbels dankt der Presse<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref58\">[58]<\/a> BVZ vom 29.6.1940: <em>Eine neue Epoche unserer Heimatzeitung beginnt<\/em>. Die BVZ wurde jetzt als <em>amtliches Gauorgan der NSDAP<\/em> mit dem Namen <em>Westf\u00e4lischer Beobachter<\/em> weitergef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref59\">[59]<\/a> BA vom 30.4.1933: <em>Der Bottroper Anzeiger amtliches Kreisblatt<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref60\">[60]<\/a> BVZ vom 15.5.1920: <em>Antrag des sozialdemokratischen Vereins um Ver\u00f6ffentlichung von amtlichen Bekanntmachungen gegen Bezahlung im \u201aVolksfreund\u2019 \u2013 Stadtverordnetenversammlung<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref61\">[61]<\/a> BVZ vom 25.4.1933: <em>Deutschland dr\u00e4ngt zum Licht!<\/em> Goebbels vor der rheinisch -westf\u00e4lischen Presse.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref62\">[62]<\/a> BA vom 24.4.1933: <em>Die Presse im neuen Deutschland<\/em>. Reichspressechef Dr. Dietrich der NSDAP vor dem Landesverband Berlin im Reichsverband der deutschen Presse.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref63\">[63]<\/a>&nbsp; BVZ vom 12.6.1933: <em>Das Wort der Bisch\u00f6fe<\/em>; F. Muckermann zitierte und kommentierte den Hirtenbrief der deutschen Bisch\u00f6fe vom 3.6 (<em>Die Kath. Kirche im neuen Staat<\/em> (10.6.).).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref64\">[64]<\/a>&nbsp; Altmeyer, Karl Aloys: Katholische Presse unter NS-Diktatur, Morus-Verlag 1962; S.14, gibt eine besonders hintersinnige Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Wunsch nach Enthaltung jeder Parteipolitik: Dadurch sollte nur verhindert werden, <em>katholische Zeitungen &#8230; mit nationalsozialistischen Parolen zu f\u00fcllen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref65\">[65]<\/a>&nbsp; BVZ vom 2.7.1933: <em>Katholische Tageszeitung und Kirche<\/em> \u2013 der Erzbischof von Bamberg \u00e4u\u00dferte sich.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref66\">[66]<\/a> Ludwig Windthorst war einer der V\u00e4ter des Zentrums.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref67\">[67]<\/a> BVZ vom 7.7.1933: <em>Die \u201aBottroper Volkszeitung\u2019 als Heimatblatt im neuen Reich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref68\">[68]<\/a> Altmeyer, Karl Aloys: \u2026; S. 9. Das Buch kommt ganz ohne einen Hinweis auf die sofort verbotene, enteignete, zerschlagene sozialistische Presse aus.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref69\">[69]<\/a> Frei, Norbert \/ Schmitz, Johannes: Journalismus im Dritten Reich, becksche reihe 2011; S. 64-70. Stasiewski, Bernhard: Akten \u2026, Bd. 1; S. 622-624 (Nr. 141 a vom 6. M\u00e4rz 1934: <em>Schriftleiter an den deutschen Episkopat).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref70\">[70]<\/a> BA vom 11.5.1933: <em>Das gesamte Verm\u00f6gen der SPD und des Reichsbanners beschlagnahmt<\/em> (<em>Der \u201aVorw\u00e4rts\u2019 enteignet<\/em> (14.8.).).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref71\">[71]<\/a> BA vom 7.6.1933: <em>An unsere Leser!<\/em>&nbsp; beruft sich auf den <em>Verein Deutscher Zeitungsverleger<\/em>, <em>bekanntlich seit kurzer Zeit unter nationalsozialistischer F\u00fchrung<\/em>, der die Methoden mancher Werbekolonnen als <em>gegen die guten Sitten<\/em> und <em>gegen die gesetzlichen Bestimmungen<\/em> handelnd verurteilt. Ganz \u00e4hnlich die BVZ vom gleichen Tage, die aber noch ihren Charakter als <em>Heimatzeitung<\/em> herausstellt und den <em>zu jeder Zeit gef\u00fchrten Kampf gegen zersetzende Einfl\u00fcsse in wahrer nationaler Gesinnung<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref72\">[72]<\/a> BA vom 7.7.1933: <em>Warnung vor falschen Zeitungswerbern<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref73\">[73]<\/a> BA vom 14.7.1933: <em>Nicht bange machen lassen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref74\">[74]<\/a> <em>Inwieweit wir unter diesen Umst\u00e4nden noch in Zukunft eine katholische Presse haben, ist demnach v\u00f6llig unklar<\/em> schrieb das Bisch\u00f6fliche Generalvikariat Aachen am 12.7.1933 an Kardinal Bertram, und berichtete \u00fcber <em>unser [ver\u00e4ngstigtes] kath. Volk<\/em> und die massiven Abwerbungen durch NSDAP-Zeitungswerber.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref75\">[75]<\/a> BA vom 16.7.1933: <em>Boykottma\u00dfnahmen gegen b\u00fcrgerliche Zeitungen untersagt<\/em>. Zeitgleich in der BVZ; dort auch am 19.7: <em>Die Heimatpresse soll bestehen bleiben<\/em>, w\u00fcnschte auch Th\u00fcringens Reichsstatthalter Sauckel.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref76\">[76]<\/a> BA vom 16.7.1933: <em>An unsere Leser und Freunde!<\/em> wandte sich der BA mit der Ver\u00f6ffentlichung einer Erwartung des <em>Vereins Deutscher Zeitungsverleger<\/em>, der sich auch der <em>Reichsleiter f\u00fcr die Deutsche Presse<\/em>, Max Amann, vom <em>Herrn Reichskanzler<\/em> eingesetzt, anschloss, in der&nbsp; alle Verleger aufgefordert wurden, <em>Ver\u00e4chtlichmachung und Verunglimpfung<\/em> anderer Zeitungen zu unterlassen und nicht mehr mit <em>gesch\u00e4ftlichem oder beruflichem Boykott, [mit] \u2026 wirtschaftlichen Nachteilen, Aufstellung von schwarzen Listen und Anwendung \u00e4hnlicher Druckmittel<\/em> zu drohen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref77\">[77]<\/a> BA vom 8.7.1933: <em>Hitler sch\u00fctzt die Wirtschaft<\/em> vor der eigenen Basisbewegung und verlangte den \u00dcbergang der Revolution in die Evolution.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref78\">[78]<\/a> BVZ vom 15.8.1933: <em>Sofortige Bestrafung bei Zeitungswerbung unter Androhungen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref79\">[79]<\/a> Darum gab es auch in der Folgezeit immer wieder Aufrufe in der BA <em>an unsere Leser<\/em>, z. B. am 27.8.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref80\">[80]<\/a> <em>Generalanzeiger-Presse<\/em> war der Teil der Presse, der, politisch neutral, sich nur um die Auflage k\u00fcmmerte und darum m\u00f6glichst jedem gefallen wollte (Hale, Oron J.: \u2026 S. 14-15.).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref81\">[81]<\/a> National Zeitung vom 3.9.1933: <em>Regierung warnt vor den Methoden der Generalanzeiger-Presse<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref82\">[82]<\/a> BVZ vom 27.9.1933: Das Verbot sollte vom 27.9. \u2013 1.10. gelten, erlosch aber schon wieder am 30.9.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref83\">[83]<\/a> Hale, Oron J.: \u2026; S. 111, Anmerkung 5.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref84\">[84]<\/a> BVZ vom 6.5.1933: <em>Die Stunde der katholischen Presse<\/em>. F. Muckermann und die katholische Presse.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref85\">[85]<\/a> BVZ vom 19.3.1933: <em>N\u00f6tig wie das t\u00e4gliche Brot<\/em>. Gronowski hat sicher nicht zuf\u00e4llig f\u00fcr eine \u00c4hnlichkeit mit der Vater-Unser-Bitte um <em>unser t\u00e4gliches Brot<\/em> gesorgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref86\">[86]<\/a> BVZ vom 6.5.1933: <em>Die Stunde der katholischen Presse<\/em>. Friedrich Muckermann leistete hier \u2013 unfreiwillig \u2013 dem Mythos Vorschub, dass der <em>F\u00fchrer<\/em> von all dem B\u00f6sen, das geschah, nichts gewusst habe, obwohl er wohl eher darauf aufmerksam machen wollte, dass man Hitler nicht trauen konnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref87\">[87]<\/a> Die <em>Katholische Aktion<\/em> war der Versuch, Laien st\u00e4rker in das Kirchenleben einzubinden \u2013 unter Leitung und Aufsicht der Geistlichen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref88\">[88]<\/a> BVZ vom 2.7.1933: <em>Wille und Weg der Katholischen Aktion<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref89\">[89]<\/a> BVZ vom 2.7.1933: <em>Kath. Tageszeitung und Kirche<\/em>; <em>Erkl\u00e4rung des Erzbischofs von Bamberg<\/em> vom 1.7.1933.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref90\">[90]<\/a> BVZ vom 8.8.1933: <em>\u2019Nach wie vor unentbehrlich\u2019<\/em>. <em>Ein Hirtenwort \u00fcber die katholische Presse<\/em> (27.7.1933).&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref91\">[91]<\/a> BVZ vom 1.9.1933: <em>Film und katholische Presse<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref92\">[92]<\/a> BVZ vom 7.4.1933: <em>Die Aufgabe der Presse im neuen Deutschland<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref93\">[93]<\/a> <em>Kein Bischof hat schriftlich oder m\u00fcndlich ein Wort des Dankes ausgesprochen<\/em>. (Br\u00fcning, Heinrich: Memoiren 1918-1934, dva 1970; S. 673.)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref94\">[94]<\/a> BVZ vom 7.7.1933: <em>Der letzte Dank<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref95\">[95]<\/a> BVZ vom 7.7.1933: <em>Die \u201aBottroper Volkszeitung\u2019 als Heimatblatt im neuen Reich<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref96\">[96]<\/a> BVZ vom 9.7.1933: <em>Die Sendung der Katholiken<\/em>. Der anonyme Kommentar berief sich ausdr\u00fccklich auf <em>Weltrundschreiben<\/em> der P\u00e4pste Leo XIII. und Pius XI. und auf den Hirtenbrief vom 3.6. Zum Schluss vermerkte der Kommentar, dass <em>F\u00fchrer und Gefolgschaft sich als gl\u00e4ubige Christen f\u00fchlen und bet\u00e4tigen<\/em> m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref97\">[97]<\/a> BVZ vom 16.7.1933: <em>Religion und Volkstum<\/em> eines anonymen Verfassers verfolgte den Sinn, den Nazis zu erkl\u00e4ren, dass sie den Glauben der Katholiken in ihrem Staate ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref98\">[98]<\/a> BVZ vom 30.7.1933: <em>Idealismus und Heroismus<\/em>: Kommentar eines anonymen Verfassers.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref99\">[99]<\/a> Das <em>Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref100\">[100]<\/a> BVZ vom 13.8.1933: <em>Bete und arbeite!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref101\">[101]<\/a> BVZ vom 17.7.1933: <em>Zehn Gebote f\u00fcr den deutschen Katholiken<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref102\">[102]<\/a> BVZ vom 23.8.1933: <em>Wir schaffen mit<\/em>. Die praktischen Tipps zur Unterst\u00fctzung reichen von <em>a. regelm\u00e4\u00dfgem und laufendem Abonnement mindestens einer katholischen Zeitung<\/em> bis hin zu <em>h. unabl\u00e4ssiger Werbung \u2026 hierzu Berufener (Seelsorger, Vereinsf\u00fchrer und Versammlungsredner)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref103\">[103]<\/a> BVZ vom 30.7.1933: <em>Kathol. Jugend im neuen Staat<\/em>: <em>Ihr [= unserer Kirche] ist jedes gut geordnete Reich Bild und Abglanz vom Reiche Gottes, nach dem wir im Gebet des Herrn verlangen, wenn wir sprechen: Adveniat regnum Tuum \u2013 Zu uns komme dein Reich!<\/em> Pardun berief sich ausdr\u00fccklich bei seiner Auffassung auf die Bischofsworte vom 28.3. und 3.5 und auf das Konkordat.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref104\">[104]<\/a> BVZ vom 17.6.1935: <em>Der Bischof bei der katholischen Jugend<\/em>. Parduns Chef sagte tags darauf den katholischen M\u00e4nnern, dass <em>wir \u2026 als Katholiken [leben], auch in unseren Vereinen, in Ehrfurcht vor Gott und vor der gottgesetzten weltlichen Obrigkeit<\/em>. (BVZ vom 18.5.1935: <em>Film und katholische Presse<\/em>.)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref105\">[105]<\/a> BVZ vom 3.12.1933: <em>Adventsgedanken<\/em> von August Nuss.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref106\">[106]<\/a> BVZ vom 3.12.1933: <em>Deutscher Advent 1933<\/em> von Dr. K. Frommhold.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref107\">[107]<\/a> BVZ vom 10.6.1933: <em>Die kath. Kirche im neuen Staat<\/em> \u2013 Abdruck des Hirtenbriefs des deutschen Episkopats.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref108\">[108]<\/a> BVZ vom 23.10.1933: <em>Kundgebung aus den Tagen meiner Romreise 1933<\/em>. <em>Einzig aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden [hat der Episkopat] seine Stimme erhoben<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref109\">[109]<\/a> Stasiewski, Bernhard: Akten \u2026, Bd. 1; S. 676-689 (hier S. 688) (Nr. 155\/II vom 5.-7. Juni 1934: <em>Protokoll der Plenarkonferenz des deutschen Episkopates<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref110\">[110]<\/a> Stasiewski, Bernhard: Akten \u2026, Bd. 1; S. 704-715 (Nr. 156 vom 7. Juni 1934: <em>Hirtenbrief des deutschen Episkopates<\/em>. In der BVZ nicht abgedruckt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref111\">[111]<\/a> BVZ vom 18.8.1934: <em>Bischof von Speyer zur Volksabstimmung<\/em> und&nbsp; BVZ vom 19.8.1934: <em>Bischof Berning in Osnabr\u00fcck zur Volksabstimmung<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref112\">[112]<\/a> Stasiewski, Bernhard: Akten \u2026, Bd. 2; S. 333 (Nr. 230 vom 20.8.1935: <em>Hirtenbrief des deutschen Episkopats<\/em>; S. 331-341.).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref113\">[113]<\/a> BVZ vom 5.8.1935: <em>Reichsminister Dr. Goebbels \u00fcber die Judenfrage und das Problem der Konfessionen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref114\">[114]<\/a> Stasiewski, Bernhard: \u201e Akten \u2026, Bd. 3; S.282-287. (Nr. 279 vom 28.2.1936: <em>Bertram an Kerrl und Goebbels<\/em>.)&nbsp; Bertram erhob <em>namens des deutschen Episkopats entschieden Einspruch<\/em>. Die BVZ vom 19.2.1936: <em>Die kirchlichen Zeitschriften und Schriftleitergesetz<\/em> wussten es schon ein paar Tage eher.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref115\">[115]<\/a> Die DJK (= Deutsche Jugendkraft)&nbsp; war ein katholischer Sportverband.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref116\">[116]<\/a> BVZ vom 2.4.1933: <em>Katholische Arbeiterjugend im Ringen um Volk und Nation<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref117\">[117]<\/a> BVZ vom 6.10.1933: <em>Rasse in der Musik<\/em> stellte die <em>spannende<\/em> Frage, <em>wie erkennt man aus einem Musikwert die Rasse des Sch\u00f6pfers?<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref118\">[118]<\/a> BVZ vom 5.2.1934: <em>Rasse und Musik<\/em>. Nat\u00fcrlich nicht!<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref119\">[119]<\/a> BVZ vom 16.3.1934: <em>Rasse und Kultur<\/em>.&nbsp; Die Polen z. B. haben keine Kultur, was an den mit dem Versailler Vertrag an <em>Polen abgetretenen Ostprovinzen<\/em> \u00fcberdeutlich zu sehen ist, <em>die heute unter polnische Herrschaft dem Untergange geweiht sind<\/em>. Meder dagegen und Perser waren <em>nordrassisch bestimmt<\/em> wie auch die <em>italienische Renaissance<\/em>. Am Untergang des Perserreiches konnte man \u00fcbrigens verfolgen, was geschieht, wenn sich Rassen mischen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref120\">[120]<\/a> BVZ vom 21.1.1934: <em>F\u00fchrung und Gefolgschaft<\/em>. Auf derselben Seite berichtete Kaplan Borgs \u00fcber die <em>Jugend im Raum der Kirche<\/em>, den er als <em>Religion und Leben<\/em> definierte.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref121\">[121]<\/a> BVZ vom 5.8.1934: <em>Vor zwanzig Jahren<\/em>. Der Autor B. k\u00f6nnte Borgs sein, der gelegentlich Aufs\u00e4tze auf der Seite <em>Katholische Jugend<\/em> ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref122\">[122]<\/a> BVZ vom 17.3.1935: <em>Stirb und werde!<\/em> Es war vermutlich Bernhard Borgs (B. B.), der hier nicht nur belebend, sondern auch mutig gegen die ausschlie\u00dfliche katholische Innerlichkeit anschrieb.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref123\">[123]<\/a> BVZ vom 29.6.1936: <em>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Partei und Kirche<\/em> vom Gautreffen Westfalen-Nord aus Gelsenkirchen: <em>45 000 politische Soldaten zum Generalappell in Gelsenkirchen angetreten<\/em>. Ende Mai 1937 hatte Reichsinnenminister Frick <em>nunmehr von Hirtenbriefen genug und wollte keine Hirtenbriefe oder Enzykliken mehr sehen<\/em> (BVZ vom 1.6.1937: <em>Dr. Frick zur Kirchenfrage<\/em>.).<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref124\">[124]<\/a> BVZ vom 3.6.1935: <em>N\u00e4chtliche Beter<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref125\">[125]<\/a> BVZ vom 21.6.1935: <em>Verregnete Fronleichnam<\/em>. Eine Doppelspalte beschrieb den Wetter bedingten Ausfall der Umz\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref126\">[126]<\/a> BVZ vom 11.6.1935: <em>Herrliche Pfingsten. Die Bottroper genossen so recht die Freuden der Natur<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref127\">[127]<\/a> BVZ vom 24.12.1935: <em>Friede den Menschen auf Erden<\/em>. Es musste aber ein <em>gesicherter Friede<\/em> sein, darum das Wehrgesetz und die allgemeine Wehrpflicht, darum der <em>deutsch-polnische Nichtangriffsvertrag<\/em> von 1934, darum die <em>zweiseitigen Abkommen<\/em> statt der Kollektiv-Vertr\u00e4ge; darum Hitlers Wort gegen das <em>uferlose Wettr\u00fcsten<\/em>, darum das <em>deutsch-englische Flottenabkommen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref128\">[128]<\/a> Stadtarchiv Bottrop O1, Nr. 3: <em>&nbsp;Akten des Oberb\u00fcrgermeisters<\/em>. In dem Bericht hielt Stosch fest, dass der Bischofsbesuch <em>in den mit Ihnen [= Regierungspr\u00e4sident] und der Gauleitung besprochenen Formen<\/em> verlief.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref129\">[129]<\/a> BVZ vom 20.10.1935: <em>Kirchliche Feierstunde der Bottroper Jungkatholiken<\/em>. Der mutige Artikel begann mit <em>uns wird berichtet<\/em> und sicherte seinen Schreiber auch noch mit dem Hinweis auf die rein innerkirchliche Veranstaltung ab; trotzdem wird Kaplan Dunkel aus D\u00fclken danach sich der besonderen Aufmerksamkeit der Nazis gewiss gewesen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref130\">[130]<\/a> BVZ vom 13.5.1936: <em>Gott zur Ehr\u2019, &#8211; dem N\u00e4chsten zur Wehr<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref131\">[131]<\/a> BVZ vom 17.2.1936: <em>Das Heer erh\u00e4lt ein neues Koppelschloss<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref132\">[132]<\/a> BVZ vom 19.2.1936: <em>25 j\u00e4hriges Bischofsjubil\u00e4um Kardinal Faulhabers<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\"><a href=\"#_ednref133\">[133]<\/a> BVZ vom 29.11.1934: <em>Die Aussprache im Unterhaus<\/em> (Fortsetzung der ersten Seite). Baldwin gab hier den Lesern der BVZ einen kompakten \u00dcberblick \u00fcber die Ersch\u00fctterungen, die seit der Macht\u00fcbernahme, vor allem aber mit dem Austritt Deutschlands aus dem V\u00f6lkerbund und den Abr\u00fcstungsverhandlungen in Europa verursacht worden waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Rudolf Isfort] 4.2013 Nach einer Ver\u00f6ffentlichung im Vestischen Kalender 2011 (83(2012); S. 117-139): PDF-Download Die Gleichschaltung der Presse. Als am 4.10.1933 das Schriftleitergesetz[1] erlassen wurde, kam das einer inhaltlichen Enteignung der Zeitungsverleger gleich. Der Schriftleiter einer jeden Zeitung war nun nicht mehr dem Zeitungsverleger, der ihn einstellte und bezahlte, sondern nur noch dem Volke gegen\u00fcber &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/r-isfort.de\/?page_id=43\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e\u2026 notwendig wie das t\u00e4gliche Brot &#8211; die Bottroper Presse im Nationalsozialismus.\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/43"}],"collection":[{"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43"}],"version-history":[{"count":22,"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/43\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":689,"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/43\/revisions\/689"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/r-isfort.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}